BER-Streit

Neues Aktionsbündnis gegen Flugrouten

Der Widerstand gegen die Flugrouten des BER, der im Juni 2012 in Betrieb gehen soll, ist ungebrochen. Die Gegner werfen der Deutschen Flugsicherung Behördenwillkür vor - und planen eine Großdemonstration in Berlin.

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Etwas mehr als ein halbes Jahr vor der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) wird die Fluglärmkommission Schönefeld am Montag erneut zusammentreffen. Im Rahmen dieses Treffens will das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung den Gemeinde- und Unternehmensvertretern einen ersten Einblick in die Planung der Behörde gewähren. Aber die Flugroutengegner kündigen bereits Widerstand an. Unter dem Motto „Schönefeld ist und bleibt der falsche Standort“ hat eine neu gegründete Initiative zum Widerstand gegen den Flughafen aufgerufen. In ihr haben sich zwölf der aktivsten Bürgerinitiativen zum Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg (ABB) zusammengeschlossen. Gemeinsam will man „für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg ohne Fluglärmbelastungen“ kämpfen.

„Der Flughafen BER Schönefeld wurde als Flughafen für den regionalen Flugbedarf der Bundesländer Berlin und Brandenburg planfestgestellt und genehmigt. Nun soll er jedoch als internationales Drehkreuz betrieben werden“, sagt Bündnissprecher Matthias Schubert. „Der Flughafen, der jetzt Realität werden soll, hat nichts mit dem Flughafen zu tun, der von der Politik und den zuständigen Behörden geplant, angekündigt und bewilligt wurde.“ Bis ein neuer Standort gefunden wird, soll am Flughafen ein strenges Nachtflugverbot gelten.

Nur wenige Stunden nachdem am Montagnachmittag der Chef des Bundesamtes, Nikolaus Herrmann, und die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider über die Ergebnisse des Treffens berichten wollen, werden sich die Friedrichshagener zu ihrer „Montagsdemo“ versammeln. Sie werden weiter gegen die Flugrouten über dem Müggelsee demonstrieren. „Wir setzen uns gegen die Behördenwillkür der Deutschen Flugsicherung zur Wehr, weil durch sie eine Million Menschen in Berlin und Brandenburg zu plötzlichen Lärmopfern gemacht werden“, heißt es in einer Mitteilung. „Außerdem zerstört speziell die Müggelseeroute Köpenicks Natur, vernichtet Investitionen in Milliardenhöhe und führt zu einem signifikanten Anstieg von Krankheiten.“

Bis im Januar die Flugrouten festgelegt werden, haben zahlreiche Bürgerinitiativen ihren Kampf gegen das Projekt angesagt. Am kommenden Sonnabend rufen die Flughafenkritiker zu einer Großdemonstration in Berlin auf. Sie wollen vom Potsdamer Platz zum Bundeskanzleramt ziehen. Erwartet werden Demonstranten aus ganz Deutschland.