Tunnel Tegel

Notreparatur auf A111 sorgt für Riesen-Stau

Ein Mini-Schlagloch am Tunnel Tegel hat auf der A111 einen Megastau verursacht, zahlreiche Autofahrer kamen zu spät zur Arbeit. Der ADAC fordert mehr Kontrollen, um Notreparaturen dieser Art zu vermeiden.

Foto: dpa

Kleine Ursache, große Wirkung. So simpel lässt sich beschreiben, was am Donnerstagmorgen für großen Ärger unter Berlins Autofahrern sorgte. Denn es war nur ein Mini-Schlagloch, das im Tunnel Tegel Ortskern entdeckt worden war. Die umgehend veranlasste Reparatur bei gleichzeitiger Sperrung einer Fahrspur sorgte indes für einen Megastau auf der A111. Der Verkehrsfunk warnte am Morgen vor einem Rückstau der Autos bis nach Hennigsdorf sowie einer zusätzlichen Fahrzeit von bis zu 45 Minuten. Viele fuhren dennoch über den Hamburg-Zubringer. Und diejenigen, die dadurch zu spät zur Arbeit kamen, fragten sich schon, warum solche Bauarbeiten ausgerechnet im morgendlichen Berufsverkehr und nicht in der verkehrsarmen Zeit abends oder nachts erledigt werden müssen.

„Es bestand eine akute Gefahr, da haben wir keinen Ermessensspielraum. Wir müssen da sofort absperren“, begründete Mathias Gille von der Senatsverkehrsverwaltung die Notreparatur, die erst gegen 14 Uhr beendet war. Zugleich bereitete er die Autofahrer auf weitere Verkehrseinschränkungen auf der A111 vor. So würden die Fahrbahnen im Tunnel in der Nacht noch einmal von Experten genauer begutachtet. Daraus könnte sich Bedarf für weitere Reparaturen ergeben. Eine durchaus realistische Gefahr, denn erst vor zwei Wochen hatte es schon einmal einen ähnlichen Stau wegen einer kurzfristigen Sperrung im Tunnel gegeben. Für Jörg Becker vom ADAC Berlin-Brandenburg sind diese Schlaglöcher auch eine Folge des „nicht optimalen“ Zustands des innerstädtischen Autobahnnetzes.

Schlechter baulicher Zustand

Der Verkehrsexperte fordert eine rasche und gründliche Inspektion der Stadtautobahnen, damit mögliche Schadstellen rechtzeitig erkannt und so überraschende Sperrungen der Autobahnen wegen Notreparaturen vermieden werden können. „Es ist in dieser Sache eine Minute vor Zwölf, denn der Winter steht vor der Tür“, sagte Becker. Zwar werde, wie jetzt bei der Avus, wieder in die Grunderneuerung der Stadtautobahn investiert. Doch gebe es noch immer zahlreiche Streckenabschnitte, die sich in einem schlechten baulichen Zustand befänden. Laut Becker besteht beispielsweise dringender Sanierungsbedarf auf der Stadtautobahn A100 zwischen Jakob-Kaiser-Platz und Dreieck Funkturm sowie selbst auf einigen Abschnitten der relativ neuen A113 (Schönefeld-Zubringer). „Wenn der Großflughafen nächstes Jahr öffnet wird, können wir uns solche Havarien nicht leisten“, so Becker. Besondere Sorge bereitet dem ADAC-Verkehrsexperten der Zustand der A114 im Norden der Stadt, auf der aus Sicherheitsgründen Tempo 60 gilt.

Laut Behördensprecher Gille wird das innerstädtische Autobahnnetz regelmäßig inspiziert. Wegen der sehr hohen Beanspruchung könnten aber kurzfristige Schäden nie ausgeschlossen werden. Gille bestätigte, dass der dringende Sanierungsbedarf bei der A114 der Senatsverwaltung bekannt sei. „Sie gehört zweifelsohne zu den Stellen, die uns größere Sorgen machen.“ Bisher gebe es aber weder das Geld für eine Grundinstandsetzung, noch sei die Ausführung der Arbeiten geklärt.

Zuständig für Bau und Instandhaltung von Autobahnen ist generell der Bund. In Berlin wird aber das innerstädtische Netz in dessen Auftrag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betreut.