Seefestspiele

"Carmen" betört im Sommer 2012 am Wannsee

Im kommenden Jahr wird es auf der Bühne im Berliner Strandbad Wannsee wieder ein großes Opernfestival geben. Der Kartenverkauf für das Spektakel läuft bereits.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

Noch verhüllt ein rotes Tuch das Wesentliche auf dem Plakat. Es sei ein bisschen wie bei Christo, sagt Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Entertainment AG (Deag). Keiner wisse, was sich dahinter verberge. Während Schwenkow von dem Geheimnis hinter dem roten Tuch erzählt, das nach und nach gelüftet werden solle, schlagen die Wellen des Wannsees geräuschvoll an den Strand. Der See bot bereits im August der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte eine wahrhaft zauberhafte Kulisse. Im kommenden Jahr wird es Georges Bizets „Carmen“ sein, die das Publikum mit ihren Verführungskünsten in den Bann zieht. Nach dem Erfolg der ersten Seefestspiele im Strandbad Wannsee sind die zweiten vom 16. August bis 2. September 2012 geplant. Der Kartenverkauf hat begonnen.

Knapp 40.000 Besucher sahen im August das Mozart-Singspiel in der Inszenierung von Katharina Thalbach, etwa 30 Prozent kamen von außerhalb angereist. „Das Experiment ist damit aufgegangen“, sagt Veranstalter Peter Schwenkow. Er habe sich anfangs gefragt, ob die Besucher das neue Sommerfestival annehmen würden. Schließlich seien die drei Berliner Opernhäuser aus gutem Grund im Sommer geschlossen. „Der Grund“, so Schwenkow, „ist jetzt klar.“ Sie machten Theaterferien, damit die Seefestspiele stattfinden könnten.

Es war kein leichter Start für die ersten Seefestspiele. Die Veranstaltung sollte anfangs auf der Halbinsel Hermannswerder in Potsdam stattfinden, sie scheiterte dort am Protest der Naturschützer. Der Umzug in das Strandbad Wannsee wurde vom Bezirk und den Bäderbetrieben freudig begrüßt. Doch es kam erneut zu Problemen: Die Bühne, die auf dem Wasser aufgebaut werden sollte, musste aus Wasserschutzgründen an Land verlegt werden. Erst kurz vor der Premiere lagen alle Genehmigungen vor. Schließlich regnete es in der heißen Probenphase in Strömen. Mit etwa 500.000 Euro bezifferte Schwenkow die Mehrkosten aufgrund der spontanen Umplanungen. Die Seefestspiele sind privatwirtschaftlich organisiert, sie kommen ohne öffentliche Fördermittel aus.

Volkstümliche Oper zum Mitsingen

„Wannsee und Carmen – damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Christoph Dammann, Intendant der Seefestspiele. Die Oper sei volkstümlich und tiefgründig zugleich. Manche Melodien könnten auch diejenigen mitsingen, die noch nie in einer Oper waren. Zudem böte das komplexe Drama viele populäre Szenen, darunter große Volksszenen.

Wer die Oper im kommenden Jahr inszeniert, steht noch nicht fest. „Wir sind noch in verschiedenen Gesprächen“, heißt es bei der Deag. Sicher ist bereits, dass die Bühne genau an derselben Stelle wie in diesem Jahr wieder aufgebaut wird. Allerdings bieten die Ränge künftig mehr Platz. Statt 3800 Besucher können dann 4400 Zuschauer eine Vorstellung sehen. Schwenkow hofft auf 50000 Operngäste im kommenden Jahr.

„Die Seefestspiele sind nicht nur eine Bereicherung für den Bezirk, sie sind eine Bereicherung für ganz Berlin“, sagt Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU). 40000 Besucher sprächen dafür, dass das Ereignis angenommen wurde. Er sagte auch den zweiten Seefestspielen jegliche Unterstützung von Bezirksseite zu. „Wir werden als Genehmigungsbehörde Anträge wohlwollend prüfen“, so Kopp. Auch Bäderchef Klaus Lipinsky ist froh „dass die Seefestspiele den Weg ins Strandbad Wannsee gefunden haben und eine Fortsetzung folgt“. Aufgrund der Erfahrungen sehe er keine Probleme, die man nicht lösen könnte, so Lipinsky.

Tickets für die Seefestspiele vom 16. 8. bis 2.9.2012 bis zum 30. Oktober 2011 unter Tel.: 01805-969000555 und www.ticketmaster.de . Ab Montag, 31. Oktober 2011, Karten ab 30 Euro an den Vorverkaufstellen und unter www.deag.de