Restauration

Sponsoren retten marode Schinkel-Grabstätte

Das Berliner Grabmal des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel ist 170 Jahre nach seinem Tod gemäß des Originalzustands restauriert worden. Die Kosten in Höhe von 50.000 Euro übernehmen zwei Stiftungen.

Noch sind die Maler dabei, die tonnenschwere gusseiserne Grabeinfassung mit einem lindgrünen Farbanstrich zu versehen, doch am Donnerstag soll alles fertig sein. Dann wird das originalgetreu restaurierte klassizistische Grabmal des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof an der Chausseestraße in Berlin-Mitte feierlich übergeben.

Auffällig an der Grabstätte des berühmten Architekten ist vor allem ihre Schlichtheit. Kein aufwendig erbautes und prachtvolles Mausoleum, wie es sie in der unmittelbaren Nachbarschaft so zahlreich gibt. Eine schmale Stele nach antikem Vorbild steht über der Gruft, eingefasst von einer gusseisernen Grabeinfriedung mit kunstvollen Ornamenten. Intensive Forschungen waren erforderlich, um die Restaurierung des stark beschädigten Grabdenkmals zu ermöglichen, da keine Bauakte auffindbar war, die über die Pläne und die frühere Gestaltung hätte Auskunft geben können. Erst dem Architekten Diether Kinzel gelang es schließlich, die originalen Entwürfe für das Denkmal und die Gruft ausfindig zu machen. Gustav Stier, ein Schüler des Baumeisters, zeichnete 1842 die Pläne nach Vorbildern von Schinkel selbst, die der für das Musterbuch „Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker“ (1821) entworfen hatte. Seine Zeichnungen bildeten eine Grundlage für die von Kinzel erstellten Pläne für die Restaurierung. In der Zusammenschau mit alten Dokumenten und Fotografien entstand nach und nach so ein Bild des Originals.

Das Grabdenkmal wurde nun wieder annähernd in den Zustand versetzt, wie es einst Schinkels Freunde und Verehrer unter Vorgabe von Christian Peter Beuth 1843, zwei Jahre nach seinem Tod, für ihn errichteten. Die Kosten damals: 2138 Taler, 27 Groschen und 2 Pfennige.

Im April 2011 begannen nach dreijähriger Vorarbeit endlich die Arbeiten, die aus Anlass des 230. Geburtstages und des 170. Todestages von Schinkel am 9. Oktober 2011 jetzt abgeschlossen werden. 50 Prozent der Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro übernahm dabei das Landesdenkmalamt. Spenden und Sponsoren ermöglichten der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft die Finanzierung der zweiten Hälfte. Zu den Sponsoren des Projekts gehört unter anderem die Friede Springer Stiftung sowie die Hermann-Reemtsma-Stiftung (Hamburg). Dank der Sponsoren erinnert nun auch wieder ein Liegestein aus demselben Bornholmer Granit, aus dem auch die Stele des Baumeisters gefertigt wurde, mit goldenen Lettern an die Frau des Baumeisters, Susanne Schinkel (1785–1861), die vor 150 Jahren starb.