Kurfürstendamm

Grundstein für das Haus Cumberland gelegt

Die Tiefgarage unter den Innenhöfen ist fertig, nun konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes. Das neue Haus Cumberland nimmt Gestalt an.

Detlef Maruhn von der Profi Partner AG spricht Klartext. „Damit Sie wissen, wo Ihr Geld geblieben ist“, sagt er und zeigt auf den historischen Prachtbau hinter sich. Gemeinsam mit Dirk Germandi und Thomas Bscher ist er für das Bauprojekt Haus Cumberland am Kurfürstendamm 193/194 in Charlottenburg zuständig. Die Tiefgarage unter den Innenhöfen ist fertiggestellt, nun konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Hochbau des denkmalgeschützten Gebäudes. Am Sonnabend wurde der „Grundstein“ für diese weiteren Arbeiten gelegt. Geladen sind neben Klaus Wowereit (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister, und Klaus-Dieter Gröhler (CDU), Baustadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf, auch die Eigentümer der Immobilien, die im Haus Cumberland Wohnungen oder Gewerbeeinheiten erworben haben. Schließlich galt das Haus lange Zeit als Sorgenkind am Kudamm.

„Das wird eine der schicksten Adressen der Stadt“, sagt Klaus Wowereit. Auch der CDU-Bezirksstadtrat Klaus-Dieter Gröhler findet lobende Worte: „Der Kudamm bekommt einen neuen Motor.“ Gute Laune statt Wahlkampf. „Wir sind sehr froh, dass das Projekt so gut vorangeht“, sagt Bauleiter Walter Steves. Zur Grundsteinlegung für den Hochbau hat er seine sechs Jahre alte Tochter Christiane Rößler mitgebracht.

Thomas und Angela Suhiater aus Nürnberg sind von den Baufortschritten beeindruckt. Das Ehepaar hat eine Wohnung in Haus Cumberland erworben. Diese wollen sie zunächst vermieten, irgendwann aber selbst an den Kudamm ziehen. „Wir mögen die Hauptstadt sehr. Berlin ist eine tolle Stadt und der Kudamm eine tolle Wohngegend“, sagen sie.

Wasserhähne als Highlight

2013 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein. 176 Wohnungen mit einer Größe von 50 bis 250 Quadratmetern und 20 Penthäuser im hinteren renovierten Altbau sollen auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex zwischen Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße entstehen. Eine Musterwohnung kann am Sonnabend schon besichtig werden. Highlight sind die Wasserhähne im Badezimmer: „Die sind schwer zu putzen“, raunt Jörn Kubicki seinem Lebensgefährten Klaus Wowereit zu.

An der Straßenfront von Haus Cumberland sollen Ladengeschäfte und 16 Büroeinheiten entstehen. Die Tiefgarage mit 137 Parkplätzen ist fertiggestellt. Die Gebäude sind entkernt, die Arbeiten am Hochbau können nun beginnen. Der Großteil der Wohnungen ist schon verkauft. Nur noch fünf Dachgeschosswohnungen sind zu haben. „Ich kann mir auch keine leisten“, sagt Wowereit. Je nach Lage kostet ein Quadratmeter zwischen 3000 und 6500 Euro.

Das Gebäude entstand 1912 unter der Regie des Architekten Robert Leibnitz. Seinen Namen erhielt es zu Ehren des dritten Herzogs von Cumberland, Ernst August von Braunschweig. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde es als Luxushotel genutzt. Zuletzt beherbergte das Gebäude-Ensemble die Oberpost- und Oberfinanzdirektion. Seit 2002 steht das Cumberland-Haus bis auf wenige Geschäfte leer. Diese zogen 2009 aus. Seit Beginn dieses Jahres wird der Gebäudekomplex restauriert und zu einem Geschäfts- und Wohnhaus umgebaut. Im Juli 2010 hatte die Profi Partner AG das Cumberland-Haus für 30 Millionen Euro erworben. Die Idee: Hochwertiges Wohnen hinter hochwertiger Fassade. Doch dann brannte das Dachgeschoss. Der Brand am 13. Mai 2011 verzögerte die Sanierungsarbeiten – ein Rückschlag ausgerechnet zum 125-jährigen Bestehen des Kurfürstendamms.