Arbeitskampf

2500 Charité-Servicekräfte streiken ab Montag

Ab fünf Uhr früh wird an der Charité am Wochenbeginn die Arbeit niedergelegt. Rettungswagenfahrer, Essensversorger und Gebäudereiniger treten dann in einen Streik für einen neuen Tarifvertrag und mehr Lohn.

Foto: Sven Lambert

An der Charité droht ein neuer Arbeitskampf. Nachdem bereits im Frühjahr Pfleger und Krankenschwestern für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt haben, will nun das nicht-medizinische Personal in den Ausstand treten. Die Gewerkschaft Ver.di hat nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen ihre Mitglieder in der Charité Facility Management GmbH (CFM) ab Montag zu einem unbefristeten Streik aufgerufen.

Bereits mit Beginn der Frühschicht um 5 Uhr soll die Arbeit niedergelegt werden. Für 10 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Bettenhaus am Charité-Standort in Mitte geplant. Noch besteht die Möglichkeit, dass der Ausstand abgewendet wird. „Wir sind jederzeit verhandlungsbereit“, sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann. Sollten die Arbeitgeber am Wochenende doch noch ein ernsthaftes Angebot vorlegen, werde auf einen Streik verzichtet. Dafür gebe es derzeit aber „keine Signale“. Ver.di fordert für die rund 2500 Beschäftigten der Charité-Tochter CFM Tarifverträge sowie mindestens 168 Euro mehr Monatslohn für jeden Mitarbeiter.

Die 2006 aus der Charité ausgegründete und teilprivatisierte CFM ist für alle Aufgaben zuständig, die nicht unmittelbar zur medizinischen Betreuung der Patienten gehören. Dazu zählen etwa der Krankentransport, die Essensversorgung, die Gebäudereinigung, aber auch das Sterilisieren von OP-Instrumenten. Ein Streik in diesen Bereichen könnte daher durchaus Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben. Charité-Sprecherin Stefanie Winde sieht diese Gefahr jedoch nicht. „Wir haben entsprechende Vorsorge getroffen“, sagte sie. Die Geschäftsführung der CFM rechnet zudem mit einer eher geringen Streikbeteiligung.

Ver.di verweist dagegen darauf, dass bei der am vergangenen Mittwoch beendeten Urabstimmung 99 Prozent ihrer Mitglieder in der CFM für einen Arbeitskampf gestimmt haben. „Wir gehen von einer sehr hohen Streikbereitschaft aus“, sagte Splanemann. Zwar werde die Charité versuchen, mit Hilfe von Leiharbeitern und Fremdfirmen die Auswirkungen gering zu halten. Doch werde sie dies auf Dauer teuer zu stehen kommen.