Deutsche-Bank-Chef

Ackermann will sich mehr für Berlin engagieren

Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann bescheinigt der Hauptstadt gute wirtschaftliche Perspektiven. Im Hinblick auf die Finanzkrise zollte er der Regierung Respekt. Den Politikern empfahl Ackermann, Schulden abzubauen.

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Das sei ein schönes Signal und Beleg dafür, dass auch der Chef der Deutschen Bank offen für Berlin sei. So reagierte Senatssprecher Richard Meng gegenüber Morgenpost Online im Namen des Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auf das Angebot vom Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der sich stärker für Berlin engagieren will.

Auf Einladung der Stiftung Zukunft Berlin diskutierte Ackermann im überdachten Innenhof seiner Berliner Bankzentrale an der Charlottenstraße mit dem früheren ZDF- Intendanten Dieter Stolte und dem Ex- Chefredakteur des Zweiten, Klaus Bresser, über die Perspektiven der Hauptstadt und die gegenwärtige Finanz- und Schuldenkrise. Dabei zeigte sich Ackermann leicht verwundert, dass der rot- rote Berliner Senat ihn noch nie um Rat gefragt habe. „Ich sitze in vielen Boards von Städten im In- und Ausland. Aber in Berlin bin ich noch nie gefragt worden.“ Dabei sei es so wichtig, die internationale Multiplikatorenwirkung der Board- Mitglieder für den eigenen Standort zu nutzen.

Auf dem richtigen Weg

Auf die Nachfrage, wann er denn zuletzt Kontakt zum Regierenden Bürgermeister gehabt habe, sagte er: „Vor drei oder vier Jahren. Wenn Herr Wowereit mich anruft, bin ich sofort da…“ Da ging ein Raunen durch die vornehmlich wirtschaftsnahe Zuhörerschar. Wer auch immer nach dem 18. September die Stadt regiert – er sollte Ackermann beim Wort nehmen.

Immerhin bescheinigte er der Stadt, wirtschaftlich auf dem richtigen Weg zu sein. Man könne nicht darauf hoffen, dass die alten Industrien und Bankzentralen zurückkämen. Es müsse auf Neues, auf die Kreativwirtschaft gesetzt werden. Dann nannte auch er die bekannten Cluster Biotechnologie, Gesundheit und Wissenschaft mit der vielfältigen Universitätslandschaft. Insgesamt sei seit 1989 sehr viel in der Stadt erreicht worden. Die Berliner sollten deshalb auch mal einsehen, „dass das Glas halb voll und nicht halb leer ist.“

Zur Finanzkrise befragt, gab sich Ackermann an diesem Abend auffallend milde gestimmt. Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Geldinstituts – mit allein 4000 Mitarbeitern in der Hauptstadt – zollte der Politik Angela Merkels (CDU) sogar Anerkennung. Man müsse Schritt für Schritt vorangehen, Eurobonds seien allenfalls in fernerer Zukunft einmal nützlich .