Nach BFC-Randale

Vier Hooligans stellen sich der Berliner Polizei

Berlins Polizei fahndet nach Hooligans, die bei dem Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern Fußballfans verprügelt hatten. Vier der Gesuchten haben sich inzwischen gestellt. Zuvor war es bei einer Razzia in Marzahn zu einem schweren Unglück gekommen.

Die Bilder von insgesamt 12 Männern hatte die Polizei veröffentlicht: Sie sollen an den schweren Ausschreitungen beim Pokalspiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern beteiligt gewesen sein. Vier der Gesuchten haben sich inzwischen gestellt. Am Montag waren Fotos der Gesuchten veröffentlicht worden .

Zuvor hatte es bei der Fahndung nach einem der mutmaßlichen Fußball-Gewalttäter ein Unglück gegeben. Am frühen Montagmorgen hatten Beamte des Landeskriminalamtes gegen 6 Uhr in Marzahn eine Wohnung durchsucht: Dort, an der Märkischen Allee, soll ein Mann wohnen, der an den Ausschreitungen Beim BFC-Spiel beteiligt gewesen sein soll. Die Polizisten klingelten und klopften an der Tür in der fünften Etage, aber niemand öffnete. Die Beamten hatten schon einen Schlüsseldienst angefordert - da öffnete eine Frau die Tür. Und erklärte: Vom Balkon der Wohnung sei gerade ein Mann in die Tiefe gestürzt.

Bei dem Mann handelte es sich nicht um den Gesuchten - dennoch war er vor der anrückenden Polizei geflohen, hatte mit Hilfe der Frau, anscheinend seine Lebensgefährtin, Bettlaken und Handtücher zusammengeknotet und sich vom Balkon abgeseilt. Dabei hatte sich ein Knoten gelöst, der Mann stürzte mehr als zehn Meter in die Tiefe. Er erlitt schwerste innere Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde er notoperiert, schwebt danach aber weiter in Lebensgefahr.

Der Mann - der ebenso wenig wie die Frau als Bewohner der Wohnung registriert ist - scheint ein Bekannter des 36-jährigen Wohnungsmieters zu sein, gegen den die Polizei wegen besonders schwerem Landfriedensbruch ermittelt. Was der Grund für seine panische Flucht war, bei der er lebensgefährlich verletzt wurde, ist unklar. Er ist zwar polizeibekannt, gegen ihn wird aber nicht ermittelt, auch wird nicht nach ihm gefahndet.

Bei dem DFB-Pokalspiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:3) war es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Zunächst war es während der Partie - bis auf einige Böllerschläge, die zu einer zweiminütigen Spielunterbrechung führten - bei dem „Hochrisiko-Spiel“ ruhig geblieben. Nach der Niederlage hatten BFC-Hooligans eine Absperrung durchdrungen, anschließend stürmten sie den Gästeblock. Das Tor zum Gästeblock war vom Ordnerdienst zunächst geöffnet worden. Nach dem aber 250 bis 300 BFC-Fans diesen Bereich stürmten, wurde es wieder geschlossen. Die Einsatzkräfte der Polizei konnten dadurch nicht sofort nachrücken.

Nach Ende des Pokalspiels im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark war es dann an der Cantianstraße zu gewalttätigen Übergriffen von BFC-Fans gekommen, bei denen 18 Polizeibeamte und zahlreiche Gästefans verletzt wurden. Zwei der Polizisten mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden. 50 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. 27 Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Die Berliner Polizei sucht weiter nach den Männern, die an den Ausschreitungen beteiligt waren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den BFC Dynamo inzwischen zu zwei Spielen ohne Zuschauer und 12.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem muss sich der Verein einen neuen Trainer suchen. Der bisherige Coach Heiko Bonan folgt seinem Ex-Kollegen Thomas Doll als Co-Trainer nach Saudi-Arabien zum Verein Al-Hilal.