Fluglotsenstreik

Welche Rechte Fluggäste im Streikfall haben

Experten raten den Passagieren dazu, sich vor Aufbruch zum Flughafen über Abflugzeiten informieren. Was Sie im Fall des Streiks beachten sollten, um möglichst gut ans Ziel zu kommen.

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Flugreisende werden viele Hindernisse auf sich nehmen müssen. Sie haben aber auch das Recht auf Betreuung durch die Fluggesellschaften. Flughäfen, Airlines und Reiseveranstalter haben sich auf den Ausstand vorbereitet und Notpläne erarbeitet. Was jetzt für die Passagiere wichtig ist:

Streikzeit

Der Fluglotsen-Streik ist für Dienstag zwischen 6 und 12 Uhr angekündigt. Davon betroffen sein werden Flughäfen im gesamten Bundesgebiet. Es wird jedoch im Laufe des gesamten Tages zu Unregelmäßigkeiten im Flugplan kommen. Durch die veränderten Abläufe wird der gesamte europäische Flugverkehr betroffen sein. Alle aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten der Flugzeuge in Tegel und Schönefeld können auf der Internetseite www.airport-berlin.de aktuell verfolgt werden.

Ansprechpartner

Wer vom Streik betroffen ist, sollte sich zunächst an seine Fluggesellschaft wenden. Bei Pauschalreisen ist der Reiseanbieter zuständig. Reisende sollten sich unbedingt unter der jeweiligen Infohotline vor der Fahrt zum Flughafen informieren, denn einige Reisen werden von den Veranstaltern vorverlegt oder nach hinten verschoben, so dass sie nicht in die Streikzeit fallen. Sollte es in letzter Minute doch nicht zum Ausstand kommen, bleiben viele Ersatzpläne erhalten. Wenn es an den jeweiligen Flughäfen Nachtflugverbote gibt, müssen die Zeiten jedoch wieder verändert werden. Deshalb sollten sich die Kunden über den aktuellen Stand vor Antritt der Reise im Internet oder per Telefon informieren.

Leistungen

Gemäß der EU-Richtlinie 261/2004 können betroffene Fluggäste von ihren Airlines folgende Leistungen erwarten: Bei zwei Stunden Verspätung von Flügen bis zu 1500 Kilometern geben die Fluggesellschaften den Betroffenen die Möglichkeit zu telefonieren, sie stellen Getränke und Mahlzeiten und wenn nötig auch eine oder maximal zwei Übernachtungen im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es die genannte Unterstützung nach drei Stunden Verspätung. Bei mehr als 3500 Kilometern Entfernung gibt es die Angebote erst ab einer Verspätung von vier Stunden. Sollten die Airlines nicht von selbst der Verpflichtung nachkommen, können Reisende selbst ein Hotel buchen und dann die Rechnung einreichen. Auch die Rechnung für eine Mahlzeit kann man sich erstatten lassen.

Ticketerstattung

Bei mehr als fünf Stunden Verspätung gibt es laut EU-Richtlinie die Möglichkeit, den Flugpreis zurückzuverlangen, sagt Reiserechtsexperte Holger Hoppedietzel. Voraussetzung sei, dass der Reisende vom Beförderungsvertrag zurücktritt, also auch einen Ersatztermin nicht annimmt.

Ersatzbeförderung

Die Reiseveranstalter oder Airlines müssen dafür sorgen, dass die Reisenden trotz Streik möglichst schnell an ihr Ziel kommen. Wenn der Flug nicht zeitnah verschoben werden kann, gibt es die Möglichkeit, eine Ersatzbeförderung per Zug zu verlangen. Allerdings sollte man das Zugticket nicht auf eigene Faust buchen, denn dann ist die Fluggesellschaft nicht gezwungen den Preis für das Ticket zu erstatten.

Schadenersatz

Einen Anspruch auf Schadenersatz gibt es laut Rechtsexperten Hoppedietzel nicht. Sollte beispielsweise durch den verspäteten Abflug ein Kreuzfahrtschiff verpasst werden oder ein wichtiger Geschäftstermin platzen, kommen die Airlines oder Rieseveranstalter nicht für den Schaden auf. Auch eine pauschale Entschädigung für den durch den Streik möglicherweise entstandenen immateriellen Schaden gibt es nicht.