Mit Pizza geworfen

Polizei nimmt Ex-Boxer Graciano Rocchigiani fest

Der Berliner Ex-Boxer Graciano Rocchigiani ist wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nachdem er eine Bekannte mit einer Pizza beworfen hatte, wollte diese ihn anzeigen. Daraufhin entwendete Rocchigiani kurzerhand das Handy der Frau. Jetzt ermittelt die Polizei.

Foto: picture-alliance / Norbert Schmi / picture-alliance / Norbert Schmidt

Polizeibeamte haben am Freitag den ehemaligen Profiboxer Graciano Rocchigiani in Grunewald festgenommen. Nach Informationen von Morgenpost Online ermittelt die Kriminalpolizei gegen den 47-jährigen Berliner wegen Nötigung, Körperverletzung und Raub. Die Polizei wollte lediglich die Festnahme eines 47-Jährigen am Freitag bestätigen.

Der Festnahme soll ein Streit am Vorabend vorausgegangen sein. So soll Rocchigiani, der 1988 den IBF-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht gewonnen hatte, mit einer 29-jährigen Frau am Donnerstagabend in einem Restaurant in Westend gewesen sein. Kurz nach 23 Uhr brach zwischen den beiden ein lautstarker Streit aus. Laut Zeugen soll der Ex-Boxer während des Wortwechsels die Frau erst mit einer Pizza beworfen haben. Später sei er handgreiflich geworden und habe ihr auf den Oberarm geschlagen. Die 29-Jährige rief die Polizei. Der Ex-Boxer soll daraufhin die Flucht ergriffen haben. Als die Polizei eintraf, schilderte die Frau den Beamten ihre Version des Vorfalls und erstattete Anzeige. Die 29-Jährige soll nicht ernsthaft verletzt worden sein, klagte allerdings über leichte Schmerzen.

Schon häufig mit dem Gesetz in Konflikt

Am Freitagmorgen soll Rocchigiani dann die Frau aufgesucht und von ihr verlangt haben, die Anzeige zurückzuziehen. Offenbar weigerte sie sich und rief abermals die Polizei. Dieses Mal konnten die Beamten Rocchigiani allerdings erwischen und festnehmen.

Rocchigiani war in der Vergangenheit schon häufig mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Bereits im Jahr 1987 sorgte er wegen einer Schlägerei vor der Diskothek „Big Eden“ am Kurfürstendamm für Schlagzeilen. Zusammen mit seinem Bruder Ralf hatte der damals 24-Jährige sieben Polizisten verprügelt und ein Taxi zertrümmert. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Beleidigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung, vorsätzlicher Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung. Das Verfahren wurde eingestellt, allerdings musste Rocchigiani 26000 Mark unter anderem an eine wohltätige Einrichtung spenden. In den folgenden Jahren kamen weitere Strafanzeigen und Bewährungsstrafen unter anderem wegen Beleidigung, Fahrens ohne Führerschein und Körperverletzung hinzu. 1996 verurteilte ihn ein Gericht zu vier Monaten auf Bewährung und Schmerzensgeld, nachdem er einem Hausmeister das Nasenbein gebrochen hatte. 2002 musste der damalige Boxer ins Gefängnis und eine einjährige Haftstrafe wegen diverser Delikte antreten, die er zunächst in der Justizvollzugsanstalt Heiligensee, später in Tegel absaß. Auch nach seinem Karriere-Ende wurde Rocchigiani immer wieder rückfällig. 2007 musste er eine weitere Haftstrafe in der JVA Bielefeld-Senne antreten und wurde vorzeitig wegen guter Führung entlassen.