Seefestspiele

"Zauberflöte" im Strandbad Wannsee genehmigt

Die Neuinszenierung der "Zauberflöte" durch Katharina Thalbach bei den ersten Berliner Seefestspielen ist laut Veranstalter Deag endgültig gesichert. Der Umzug der Bühne aufs Land scheint die Mozart-Fans nicht verschreckt zu haben.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Inszenierung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ im Strandbad Wannsee findet nun endgültig sicher statt. Am Dienstag gab der Veranstalter, die Deutsche Entertainment AG (Deag), bekannt, dass nun alle erforderlichen Genehmigungen für das Open-Air-Spektakel erteilt seien. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sieht keine Schwierigkeiten mit den Plänen für die Großveranstaltung, bei der Berliner Umweltverwaltung hieß es, es sei nun „alles in Ordnung“, die erforderliche Genehmigung sei am Dienstag erteilt worden. Premiere der Neuinszenierung von Katharina Thalbach soll wie geplant am 11. August sein.

Noch vor zehn Tagen war unklar, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann, weil es Schwierigkeiten mit einer Genehmigung gab. Ursprünglich war geplant, die Oper auf einer Seebühne im Wannsee zu zeigen, doch dabei tauchten Probleme mit dem Wasserschutz auf. Nach langem Hin und Her hatte die Umweltbehörde die Genehmigung schließlich versagt. Erst eine Elefantenrunde beim Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit, der an dem privat finanzierten Kulturereignis hohes Interesse hat, brachte die verhärteten Fronten in Bewegung. So wurde kurzerhand beschlossen, die Bühne nun an Land im Strandbad aufzubauen.

Kein Problem mehr mit dem Wasser

„Nach den anfänglichen Irritationen ist es sehr erfreulich, dass wir nunmehr alle relevanten Genehmigungen erhalten haben“, sagte Deag-Chef Peter Schwenkow am Dienstag. Weil die „Wasserproblematik“ bei der Inszenierung an Land entfalle, sei der Genehmigungsprozess mit dem zuständigen Bezirksamt schnell gegangen.

Der Umzug vom See aufs Land so kurzfristig vor der Premiere bereitet jedoch enormen zusätzlichen Aufwand, der von der Deag nun betrieben werden muss. „Die Bühne musste praktisch zur Hälfte neu konstruiert werden“, sagte Schwenkow. Es werde aber alles im Zeitrahmen fertig. Derzeit würden „nie weniger als 200 Mann“ zugleich auf der Baustelle arbeiten, die dreifache Zahl von Mitarbeitern wie ursprünglich geplant. Auch im Dauerregen des Wochenendes hätten die Mitarbeiter auf der Baustelle durchgearbeitet und die Gerüste aufgebaut, so Schwenkow. Mit 300.000 bis 400.000 Euro beziffert der Unternehmer die nun durch den Umbau der Bühne und die Neu-Organisation entstehenden Extra-Kosten.

Mit dem Bau der 18 Meter hohen Pyramide, der Kulisse auf der Opernbühne, ist am Wochenende begonnen worden, auch die Tribünen für 4000 Gäste pro Aufführung werden nun aufgebaut. Die Proben mit den Sängern hätten bereits begonnen, so Schwenkow. „Katharina Thalbach muss durch den Umzug an Land etwas uminszenieren, es wird nun noch mehr Oper.“ Das bedeute auch für die Regisseurin viel Extra-Arbeit. „Ton und Licht sind dagegen an Land einfacher zu arrangieren, sie lassen sich nun optimal einstellen“, so Schwenkow.

Nur vier Karten zurückgegeben

„Der Gast steht im Mittelpunkt, er soll alles von der Premiere an so schön finden, dass er im nächsten Jahr wieder kommen will“, sagte der Unternehmer. Denn geplant ist, aus den Seefestspielen eine dauerhafte Größe im Kulturjahr zu machen. „Dafür muss von Beginn an alles stimmen, wir legen jetzt die Grundlage für weitere Aktivitäten in den kommenden Jahren.“

Rund 30.000 Karten sind laut Veranstalter für „Die Zauberflöte“ bereits verkauft worden. Der Umzug der Bühne aufs Land scheint die Mozart-Fans nicht verschreckt zu haben. „Wir haben genau vier Karten zurück genommen“, sagte Schwenkow. Die Leute seien also nicht enttäuscht, dass die Oper nun mit leicht veränderter Kulisse im Hintergrund gezeigt werde. Am Donnerstag soll die Bühne fertig sein. „Zu sagen, dass wir auf Hochtouren arbeiten, wäre noch untertrieben“, sagte Schwenkow.