Niedergestochen

Berlinerin bei Eifersuchtsdrama schwer verletzt

Nur einen Tag nach den tödlichen Schüssen in der Kolberger Straße in Berlin-Wedding ist es am Freitag wieder zu einer schweren Gewalttat in Friedenau gekommen. Auch bei ihr dürfte eine Trennung und Eifersucht eine Rolle gespielt haben.

Ein 25-jähriger Mann hat am Freitagmittag in einem Bäckereigeschäft an der Rubensstraße in Berlin-Friedenau mit einem Messer auf eine 21-Jährige eingestochen. Die Frau wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Der mutmaßliche Täter wurde in der Nacht zu Sonnabend festgenommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, stellte sich der Mann nach der Bluttat auf einem Neuköllner Polizeirevier. Er steht im Verdacht, der US-Amerikanerin Schnitt- und Stichverletzungen an der Hand, am Kopf und am Bein zugefügt zu haben. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um ihren ehemaligen Lebensgefährten handeln.

Der Mann hatte am Freitag gegen 12.10 Uhr das Geschäft betreten. Es kam zum Streit, in dessen Verlauf der dunkelhäutige Angreifer ein Messer zog und auf die Frau einstach. Kolleginnen des Opfers riefen Polizei und Feuerwehr. Die Frau kam zur Behandlung ins Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. Die Kriminalpolizei der Direktion 4 hat die Ermittlungen zum dem Fall übernommen.

Dass Morde aus Eifersucht und verletzter Ehre wie in den Fällen in Wedding und Friedenau nicht nur von Migranten verübt werden, zeigt der Fall eines 41-jährigen, gebürtigen Berliners, den das Landgericht Koblenz am Freitag wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Der 41-Jährige habe nicht akzeptieren können, dass seine ehemalige Freundin zu ihrem Mann zurückgekehrt sei, sagte der Koblenzer Richter am Freitag zur Begründung. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung ausschließt.

Der Mann war am 16. Dezember 2010 in Diez (Rheinland-Pfalz) mit einem Gewehr bewaffnet in das Haus eingedrungen, in dem seine Ex-Geliebte mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebte. Der Angeklagte hielt die Familie vier Tage lang gefangen. Nach einem Streit fesselte der 41-Jährige den Mann seiner früheren Geliebten und flößte ihm ein tödliches Gift ein. In der Nacht zum 20. Dezember gab der Mann den Söhnen schließlich Schlaftabletten, auch der Frau verabreichte er ein Medikament. Dann legte er nach Überzeugung des Gerichtes in mehreren Zimmern Feuer. Die beiden Söhne wachten durch den Alarm der Rauchmelder auf und konnten sich retten – die Mutter starb an einer Rauchvergiftung. Der 41-Jährige wurde in der Nähe festgenommen.