Flugrouten

Berliner sind verärgert über Klaus Wowereit

Der Protest gegen die geplanten Flugrouten über den Müggelsee verstärkt sich. Zur fünften Montags-Demonstration kamen nach Angaben der Friedrichshagener Bürgerinitiative FBI mehr als 3000 Menschen. Am Abend wollen Betroffene Regierungschef Wowereit ihre Meinung sagen.

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Nachhaltigkeit ist das Stichwort der Proteste im Köpenicker Ortsteil Friedrichshagen, die sich gegen den künftigen Großflughaben BER richten. An der fünften Montagsdemo nahmen nach Angaben des Veranstalters, der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI), rund 3000 Demonstranten teil. Am Dienstagabend wollen die Bürger ihren Forderungen erneut Nachdruck verleihen. Die Bürgerinitiative nutzt die vom Ortsverein der SPD in Treptow-Köpenick jährlich organisierte „Politische Dampferfahrt“ über den Müggelsee, um den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) endlich mit den Forderungen der Friedrichshagener konfrontieren zu können. „Wir wollen nicht streiten, aber mit unseren Interessen auch nicht hinter dem Berg halten“, sagte die Vorsitzende des Bürgervereins Friedrichshagen, Sigrid Strachwitz. Auf viel Wohlwollen durfte der Regierende Bürgermeister dabei aber nicht hoffen, denn auch der Fraktionsvorsitzende der SPD in Treptow-Köpenick, Oliver Igel, sprach sich für alternative Flugrouten aus.

Die Flugrouten sind aber nicht der einzige Grund für die Friedrichshagener Empörung: Die Bürger fühlen sich zurückgesetzt. Sowohl Klaus Wowereit als auch seine Herausforderin Renate Künast von den Grünen haben die Einladungen der Bürgerinitiative gegen die Müggelsee-Flugroute bislang aufgrund angeblicher Terminprobleme ausgeschlagen. Allerdings: Für die Flugroutengegner von Lichtenrade hätten der Regierende Bürgermeister und seine Herausforderin Zeit gehabt, prangerte die Friedrichshagener Bürgerinitiative an. „Wir sind enttäuscht, dass sich Klaus Wowereit den Problemen der Bürger an dieser Stelle verschließt“, sagte der FBI-Sprecher, Manfred Kurz.

Andere Kritiker aus der Müggelsee-Region befürchten, dass der Osten bei der Flugroutenplanung benachteiligt werde. Ganz so eng sieht das Sigrid Strachwitz nicht, doch die Vorsitzende des Bürgervereins Friedrichshagen ist ob der fehlenden Präsenz der beiden Spitzenkandidaten um das Amt des Regierenden Bürgermeisters irritiert: „Ich wundere mich, dass weder Klaus Wowereit noch Renate Künast die Chance nutzen, hier in Friedrichshagen zu sprechen“, sagte sie.

Nach der Abfahrt des Dampfers am Dienstagabend, bei den Tischgesprächen in vertrauter Runde, wollte die Bürgerinitiative Klaus Wowereit eine Liste mit Unterschriften übergeben. 12.000 Müggelsee-Anwohner haben nach Angaben der Initiative mit ihrer Unterschrift gegen den Ausbau des Flughafens zum internationalen Drehkreuz und gegen die geplanten Flugrouten über den Müggelsee protestiert. Außerdem fordern sie ein Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und sechs Uhr. „Man muss auch mal ganz klar sagen, dass Klaus Wowereit jedes Jahr auf dem Müggelsee schippert und bekennt, wie schön es hier ist. Und dann will er das alles zerstören?“, empörte sich Strachwitz.

Sollten die Forderungen der Bürger auch nach der Dampferfahrt nicht auf fruchtbaren Boden stoßen, dann wollen sie einfach nachlegen: Künftig sind jeden Montag ab 19 Uhr Demonstrationen gegen die Routenpläne vorgesehen. Für den 28. August 2011 ist eine Menschenkette rund um den Müggelsee geplant. Allerdings: „Klaus Wowereit ist nicht unsere einziger Ansprechpartner. Wir stellen uns breit auf“, sagte Strachwitz. In Friedrichshagen wird Nachhaltigkeit momentan groß geschrieben.

>>> Das sind die neuen Flugrouten für den BER

Mehr Details zu den Flugrouten finden Sie auf den Internetseiten des Landes Brandenburg (PDF)