Spandauer Trinkwasser

Wasserbetriebe suchen weiter die Keimquelle

Das Spandauer Wasser gilt seit Sonnabend wieder als genießbar. Doch wie die Fäkalkeime ins Trinkwasser gekommen waren, ist nach wie vor unklar. Die Suche geht in den Brunnen weiter.

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Aktuelle Wasserproben haben auch am Sonntag bestätigt, dass das Trinkwasser in Spandau keimfrei ist: Es kann wieder und sorglos und ohne Abkochen getrunken werden. „Alle Proben waren unauffällig“, sagte André Beck, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe (BWB). Die Keim-Warnung und das am Donnerstag ausgesprochene Abkochgebot für Trinkwasser hatten die Betriebe schon am Samstag aufgehoben. Doch noch immer ist die Ursache der Verunreinigung unklar.

„Wir können durch die entnommenen Proben ausschließen, dass die Verunreinigung im Wasserwerk Spandau stattgefunden hat“, sagte Beck. Daher konzentriere sich die Suche auf die Brunnen, aus denen das Wasser gefördert wird. Dort müsse es eine undichte Stelle geben, durch die verunreinigtes Oberflächenwasser ins Trinkwasser gelangt sei, sagte Beck.

Um die Suche einzugrenzen, wurden 22 der 30 Spandauer Brunnen gesperrt. „Im Moment wird nur noch aus acht Brunnen Wasser gefördert“, sagte Beck. Diese Brunnen sind weniger als fünf Jahre alt. Das Wasser von dort sei nachweislich keimfrei. Die älteren Brunnen werden nun einzeln auf Lecks überprüft. Bis die Ursache gefunden ist, wird das Trinkwasser im Wasserwerk Spandau vorsichtshalber weiter mit Chlor desinfiziert.

Nach dem Fund von Darmkeimen im Trinkwasser von Spandau hatten die Wasserbetriebe rund 200.000 Spandauer Bürgern geraten, ihr Wasser abzukochen. Die Wasserbetriebe verteilten am Freitag kostenlos ihre sogenannten Notfall-Beutel mit 1,5 Litern keimfreien Berliner Wassers.

Anfang Juli war in Brandenburgs Hauptstadt und im Landkreis Barnim das Trinkwasser belastet. In Potsdam hatten tote Mäuse und ein toter Maulwurf in einem Becken die Verunreinigung ausgelöst.