Laufsport

Wasserschlacht bei der City-Nacht

10.000 Sportler laufen zehn Kilometer durch die Berliner City West – und gegen Regen und starke Windböen. Und dann fiel auch noch der Strom aus. Sieger: der Deutsche Meister über 10.000 Meter, Musa Roba-Kinkal.

Das Wetter hätte kaum schlechter sein können: Die 20. City-Nacht auf dem Kurfürstendamm wurde – ähnlich wie schon der Berlin-Marathon im September 2010 – zum Regenrennen, eine wahre Wasserschlacht. Dauerregen, Starkregen, Nieselregen und dazu auch noch heftige Windböen. Doch die 10.000 Teilnehmer, die sich für das 10-Kilometer-Rennen angemeldet hatten, sahen es überwiegend sportlich. Die meisten traten am Abend auch an. „Es wird sicherlich ein paar Läufer und Skater geben, die sich angemeldet haben und bei diesem Wetter nicht an den Start gehen, aber das ist es auch schon“, sagt Organisationschef Thomas Steffens. „Die Skater schicken wir mit der Bitte um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit auf die nasse Strecke.“ Und das viele Wasser machte auch der Stromversorgung zu schaffen. Kurz nach dem Start einer ersten Läufergruppe um 20.30 Uhr fiel die Elektrizität aus, und eine aufblasbare Brücke über dem Startbereich sackte in sich zusammen. Doch nach wenigen Minuten gab es wieder Strom, und die nächsten Läufer konnten starten. Der Stimmung tat das keinen Abbruch: Viele Schaulustige feuerten die Sportler vom Straßenrand aus an.

Für Marathon-Ass Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) sollte es ein Tempohärtetest werden. Die beste deutsche Marathonläuferin bringt sich derzeit in Form für den Start beim BMW Berlin-Marathon am 25. September. Bei diesem Lauf im Herbst möchte sie sich für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifizieren. Sie gewann mit einer Zeit von 33:16 Minuten. Der Vorjahressieger und Deutsche Meister über 10.000 Meter, Musa Roba-Kinkal, kam auch dieses Mal als Erster ins Ziel – nach 29:44 Minuten.

„Die Temperaturen sind zum Laufen ideal. Der Körper ist ruckzuck auf Betriebstemperatur“, sagt Volker Ruff. „Und ein wenig Regen von oben kann auch ganz erfrischend sein.“ Für den 71 Jahre alten Läufer gab es trotz des extrem nassen Wetters überhaupt keinen Grund, nicht an den Start zu gehen. „Die zehn Kilometer sind für mich auch eine Vorbereitung auf den Marathon im September“, sagt er. „Ich möchte sehen, was in welcher Zeit machbar ist, und dieses Rennen ist eine Art Bestandsaufnahme, wo ich mit meiner Leistung stehe.“ Der Charlottenburger hat bereits Extrembergläufe auf die Zugspitze hinter sich. Den Lauf in der Innenstadt möchte er an diesem Abend in 49 Minuten schaffen. Auch bei der Wahl seiner Sportkleidung bei Regen geht er praktisch vor. „Je weniger ich trage, umso weniger kann sich mit Regen vollsaugen.“

Bereits gegen 18 Uhr gingen Skater an den Start. Die meisten von ihnen waren da schon nass bis auf die Haut. So erging es auch den Nachwuchsläuferinnen und -läufern, die auf die Distanz über eine Meile (1,609 Kilometer) geschickt wurden.

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