Verkehrsbetriebe

BVG investiert Millionen in neue Anzeigetafeln

Die BVG investiert in den kommenden zwei Jahren rund neun Millionen Euro in neue Anzeigetafeln. Sie gegen deutlich mehr Informationen. Die Orientierung an den Bahnhöfen wird damit einfacher.

Wann kommt der nächste Bus oder die nächste Tram? Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe bekommen die Antwort auf diese Frage künftig häufiger elektronisch. Die BVG hat ein Programm gestartet, mit dem in den kommenden zwei Jahren insgesamt 347 elektronische Anzeigetafeln an Bus- und Straßenbahnhaltestellen installiert werden sollen. Die Kosten betragen laut BVG etwa neun Millionen Euro. Den Auftakt machte am Freitag die Straßenbahnhaltestelle Helene-Weigel-Platz in Marzahn.

Die elektronischen Anzeiger geben Informationen zur Linie, zum Fahrtziel und zur erwarteten Abfahrt in Minuten. Aber auch Informationen im Falle von Betriebsstörungen durch Bauarbeiten, Unfälle oder Großveranstaltungen werden angezeigt. Seit 1999 wird das Dynamische Auskunfts- und Informationssystem – kurz Daisy – bei der U-Bahn eingesetzt. Seit 2003 sind alle 170 Bahnhöfe mit Daisy-Anzeigern ausgestattet.

Seitdem wird das System vermehrt auch an wichtigen Bus- und Straßenbahnhaltestellen eingesetzt. Entwickelt wurde es von den Berliner Verkehrsbetrieben gemeinsam mit der Firma Siemens. Gesteuert werden die Anzeiger über Daten, die per Satellit aus den Bussen oder Sensoren im Gleis der Tram an die Leitstelle übertragen und per Digitalfunk auf die Anzeiger gesendet werden. Derzeit sind etwa 240 Anlagen oberirdisch im Einsatz. Mit den neu angeschafften Daisy-Anzeigern würde sich die Zahl der Haltestellen mit elektronischer Information also mehr als verdoppeln. Geplant ist, vor allem wichtige Knotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs mit den Tafeln zu bestücken. Überall dort, wo mehrere Linien halten oder sich kreuzen, soll Daisy für Überblick sorgen.

Wichtig sind die Echtzeitinformationen nach Ansicht des Berliner Fahrgastverbandes Igeb vor allem bei kurzfristig auftretenden Störungen. Fast alle Verkehrsunternehmen der Region würden in solchen Fällen zu langsam und ungenau über die Auswirkungen informieren, kritisierte Igeb-Vize Matthias Horth in dieser Woche bei der Vorstellung der aktuellen Qualitätsbilanz des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB).

Insgesamt hat sich die Fahrgastinformation im Verbundgebiet laut dem am Donnerstag veröffentlichten VBB-Jahresbericht 2010 allerdings verbessert. Auch mithilfe des Konjunkturprogramms des Bundes haben viele Verkehrsunternehmen in Berlin und Brandenburg ihre Info-Systeme, darunter Anzeigetafeln und Lautsprecheranlagen, aufgerüstet. Wie berichtet, investiert auch die Berliner S-Bahn insgesamt 36 Millionen Euro, um bis Mitte 2013 alle Bahnhöfe ihres Netzes mit elektronischen Anzeigen und modernen Lautsprecheranlagen auszustatten.