Kriminalität

Geldautomaten gesprengt - Explosion verwüstet Bank

Wieder wurden in Berlin Geldautomaten gesprengt. Seit August 2009 gibt es 20 vergleichbare Fälle. Die Polizei steht unter Erfolgsdruck, stellte bereits eine spezielle Ermittlungsgruppe auf.

Foto: Steffen Pletl

Es passiert in Berlin immer häufiger: Kriminelle sprengen einen Geldautomaten und können unerkannt mit dem Geld entkommen. In der Nacht zu Donnerstag zerstörten Täter im Vorraum einer Bank in Rudow nun zwei Geldautomaten.

Der Selbstbedienungsbereich der Filiale der Deutschen Bank an der Köpenicker Straße 187 wurde vollkommen verwüstet, benachbarte Büroräume beschädigt. Die Gasexplosion riss Anwohner im Süden Neuköllns aus dem Schlaf. Nach Polizeiangaben wurde die selbst angefertigte Sprengvorrichtung gegen 3.10 Uhr zur Explosion gebracht. Verletzt wurde niemand. Ob und wenn ja, wie viel Geld erbeutet wurde, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher.

Am Vormittag fanden die Beamten in Alt-Rudow ein Bild der Verwüstung in dem dreigeschossigen Gebäude vor. Die Ermittler suchten in den Trümmern des Bankvorraums nach Spuren. Dabei stellten sie unter anderem auch Gasflaschen sicher, die von den Tätern zurückgelassen wurden.

Detonation riss Eingangstür heraus

Bereits mehrfach hatten Kriminelle in der Vergangenheit in Berlin mit brachialer Gewalt versucht, sich durch Sprengen von Geldautomaten zu bereichern. Die Polizei hat zur Aufklärung dieser Straftaten eine spezielle Ermittlungsgruppe mit 14 Kriminalbeamten aus Berlin und Brandenburg aufgestellt. Auf den Tag genau vier Wochen zuvor war am anderen Ende der Stadt in Französisch Buchholz mit der gleichen Vorgehensweise ein Geldautomat der Postbank an der Wiltbergstraße in die Luft gesprengt worden. Ein in den Automaten eingeleitetes Gasgemisch war über ein Kabel mit einer Neun-Volt-Batterie nachts um 2.10 Uhr gezündet worden. Auch damals hatte die Detonation erheblichen Sachschaden verursacht. Die Täter konnten mit Bargeld in nicht genannter Höhe entkommen. Ende April war eine Sparkasse an der Hauptstraße in Pankow von einer nächtlichen Explosion betroffen. Die Detonation war so heftig, dass außer zwei Geldautomaten auch Eingangstüren und Deckeninstallationen herausgerissen und sogar Fassadenteile zerstört wurden. Zeugen hatten Männer mit Taschen beobachtet, die mit Beute in einem schwarzen Auto flüchten konnten. Die Mehrzahl der Angriffe auf Geldautomaten sind jedoch Fehlschläge. Vor dem Coup in Pankow hatte es im selben Monat bereits fünf gescheiterte Versuche gegeben.

Bei insgesamt 20 Fällen in Berlin seit August 2009 machten die Täter bei nur sechs Versuchen Beute. Laut Landeskriminalamt Brandenburg geht die Polizei aufgrund bestimmter Vorgehensweisen von zwei bis drei Banden aus, die für die Anschläge infrage kommen. Die Ermittler stehen unter großem Erfolgsdruck, nicht zuletzt, weil die Explosionen unbeteiligte Personen gefährden.