S-Bahn

Zehn-Minuten-Takt nach Teltow sorgt für Ärger

Die S-Bahn fährt von heute an im Zehn-Minuten-Takt nach Teltow. Doch die Anwohner freut das überhaupt nicht. Sie wehren sich wegen der Lärmbelästigung und wollen die neue Taktung gerichtlich kippen.

Foto: Sergej Glanze

Von Montag an fährt die S-Bahn tagsüber alle zehn Minuten nach Teltow Stadt. Wie lange sie das tun darf, müssen möglicherweise die Richter des Verwaltungsgerichts Potsdam entscheiden. Gotthard Kudlek, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lärmschutz Teltow, kündigt rechtliche Schritte gegen die Taktverdichtung an. „Wenn die S-Bahn am Montag ihre Pläne wahrmacht, werden wir eine einstweilige Verfügung beantragen, um den zusätzlichen Verkehr zu stoppen“, sagte er am Sonntag.

„Wir fühlen uns hintergangen“

Einen ähnlich lautenden Antrag aus Teltow hatte das Gericht nach Angaben eines Sprechers allerdings in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Kudlek geht davon aus, dass die Ablehnung lediglich formale Gründe hatte, und will erneut das Gericht anrufen. Hintergrund des Streits: In der Baugenehmigung für die 2005 eröffnete eingleisige Strecke von Lichterfelde Süd nach Teltow Stadt ist ein 20-Minuten-Takt festgeschrieben. Aus Sicht der Anwohner hatte die Bahn sich dafür entschieden, um hohe Investitionen für Lärmschutzwände oder Schallschutzfenster zu vermeiden. Weil nun mehr Züge fahren, fordern sie jetzt den damals eingesparten Lärmschutz. „Wir fühlen uns hintergangen“, so der Anwohnervertreter. Die S-Bahn sieht sich im Recht und will die von Brandenburg bereits 2009 bestellte Angebotsverbesserung auf jeden Fall beibehalten. „Der gültige Planfeststellungsbeschluss hindert die S-Bahn Berlin GmbH nicht, S-Bahnen von Lichterfelde Süd nach Teltow Stadt im Zehn-Minuten-Takt fahren zu lassen“, teilte ein Sprecher mit. Ob mehr Lärmschutz nötig ist, sollen nun der Netzbetreiber DB Netz und das Eisenbahn-Bundesamt prüfen.