Audi und Mercedes

Drei Autos in Wilmersdorf angezündet

Die Polizei vermutet ein politisches Motiv hinter dem Anschlag, denn die Fahrzeuge gehörten zur gehobenen Klasse. Aber auch eine Nachahmungstat kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

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Brennende Autos beschäftigen weiterhin die Berliner Polizei. Am frühen Freitagmorgen zündeten bislang unbekannte Täter in Wilmersdorf drei Fahrzeuge an. Sie wurden erheblich beschädigt. In einer Mitteilung der Polizei zu dem Vorfall hieß es, eine politische Tatmotivation sei „in Betracht zu ziehen“.

Gegen 0.25 Uhr bemerkte ein Anwohner an der Grainauer Straße einen brennenden Pkw der Marke Audi. Er alarmierte umgehend die Feuerwehr. Noch während die Löschkräfte auf dem Weg zum Einsatzort waren, ging in der nahe gelegenen Regensburger Straße ein weiterer Pkw in Flammen auf. Diesmal traf es einen Mercedes. Durch übergreifende Flammen wurde auch ein davor geparkter Geländewagen in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr löschte die brennenden Autos, konnte jedoch nicht verhindern, dass an allen drei Fahrzeugen hoher Sachschaden entstand.

Die Täter entkamen unerkannt. Die Polizei hat weder über ihre Identität noch über die Hintergründe der Taten genaue Erkenntnisse. Auch wenn die Ermittler von einem politischen Motiv der Brandstifter ausgehen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Nachahmungstäter am Werk waren. „Wir haben bei den Auto-Brandstiftungen inzwischen einen hohen Prozentsatz an solchen Nachahmer-Taten“, sagte ein Beamter am Freitag.

Diese Entwicklung ist nicht das einzige Problem, dem sich die Brandermittler gegenüber sehen. Erschwert wird ihre Arbeit auch dadurch, dass die Brandstiftungen sich nicht mehr nur auf wenige Stadteile wie Kreuzberg und Friedrichshain beschränken, sondern die Täter inzwischen nahezu stadtweit aktiv sind. Brandstifter haben in diesem Jahr fast doppelt so viele Anschläge auf Autos in Berlin verübt wie im gesamten Jahr zuvor. Mittlerweile habe es in der Hauptstadt 82 Brandstiftungen mit einem politischen Hintergrund gegeben, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. Dabei wurden 190 Autos beschädigt. 2010 waren es 44 Anschläge, bei denen 71 Wagen zu Schaden kamen.