Aus Spree geborgen

Koffer-Leiche - Warum die Polizei schweigt

Im Fall der zerstückelten Koffer-Leiche, die in der Spree gefunden worden war, konnte die Berliner Polizei das Opfer identifizieren. Doch darüber hinaus gibt es kaum Informationen.

Foto: Steffen Pletl

Das Rätsel um die Leichenteile aus der Spree und dem damit verbundenen Verbrechen bleibt vorerst ungelöst, doch eine der wichtigsten Fragen ist jetzt beantwortet. „Die Identität des Opfers ist geklärt“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, am Montag. Nähere Angaben zu dem Mann, etwa das Alter oder sein letzter Wohnsitz, könnten Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Dies gelte auch für die Ergebnisse der Leichensuche am Sonntag unterhalb der Treskowbrücke in Oberschöneweide, so der Justizsprecher weiter.

Am Sonntagnachmittag hatte die Kripo unter der Treskowbrücke Taucher und Spürhunde eingesetzt – mit Erfolg. Dabei konnten wie berichtet weitere Leichenteile gesichert werden, von denen einige offensichtlich in einem schwarzen Koffer deponiert waren. Was die Beamten konkret bei der mehrstündigen Aktion am Spreeufer aufgespürt hatten, möchten die Ermittlungsbehörden nicht preisgeben. Sicher ist, dass auch am Montag Taucher von Polizei und Feuerwehr an gleicher Stelle in der Spree im Einsatz waren.

Die Bekanntmachung jedes noch so kleinen Details erschwere die intensiven Ermittlungen der 8. Mordkommission, sagte Martin Steltner und warb um Verständnis für die restriktive Informationspolitik. Ein Tatverdächtiger, der in einer Vernehmung bestimmte Angaben macht, die nur ein Täter und Mittäter wissen kann, habe sonst die Möglichkeit zu erklären, dass er jene Fakten eben aus einer Zeitung erfahren habe: „Oberste Priorität hat die Aufklärung eines schweren Verbrechens und die Identifizierung und Ergreifung des Täters.“

Aus diesem Grund wird vonseiten der Staatsanwaltschaft auch nicht bestätigt, ob eventuell tätowierte Arme oder zersägte Beine entdeckt wurden und der Kopf des Toten weiterhin verschwunden sein soll, wie einige Medien berichten.

Die Identifizierung des Leichnams vier Tage nach dem Fund eines Torsos bedeutet einen ersten Erfolg für die Polizei. Daraus ergeben sich den Ermittlern Anknüpfungspunkte zur Aufklärung des Verbrechens, deren Hintergründe noch im Dunkeln liegen.