Mehrkosten

Schloss-Kosten steigen auf 590 Millionen Euro

Die Baukosten des Berliner Stadtschlosses werden enorm steigen - nach einem Dokument des Finanzministeriums auf bis zu 590 Millionen Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestags will noch vor der Sommerpause über diese Summe entscheiden.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags will noch vor der Sommerpause über millionenschwere Mehrkosten für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses entscheiden. Nach einem Dokument des Finanzministeriums, steigen die Ausgaben für das umstrittene Jahrhundertprojekt von 552 Millionen Euro auf 590 Millionen Euro. Grund sind die Teuerungen im Baugewerbe seit dem ersten Kostenbeschluss von 2007.

Am Mittwoch wird auf dem Schlossplatz ein Informationszentrum eröffnet, das Auskunft über die geplante Rekonstruktion der 1950 gesprengten Hohenzollern-Residenz gibt. Unter dem Namen Humboldt-Forum soll hinter den historischen Fassaden ein modernes Kunst- und Kommunikationszentrum entstehen.

Nach bisheriger Planung trägt 440 Millionen Euro der Bund, 32 Millionen Euro das Land. 80 Millionen Euro sollen aus Spenden hereinkommen. Die teuerungsbedingten Mehrkosten von jetzt 38 Millionen Euro sollen auch aus der Bundeskasse kommen.

Zudem nennt die Vorlage des Finanzministeriums ein weiteres Paket von 28,5 Millionen Euro, das unter anderem eine vollständige Rekonstruktion der historischen Kuppel erlauben würde. Mit den 590 Millionen Euro ist laut Papier nur eine „vereinfachte Grundform“ möglich. Auch Berliner Zeitungen berichteten über die Vorlage des Ministeriums.

Der Vorsitzende der Stadtschloss-Stiftung, Manfred Rettig, hatte die Kostensteigerung bereits vor einigen Wochen angekündigt. Der Haushaltsausschuss wollte sich eigentlich schon an diesem Mittwoch mit dem Thema befassen. Wie das Büro von Ausschusschefin Petra Merkel (SPD) auf Anfrage mitteilte, gab es jedoch weiteren Beratungsbedarf. Die Abstimmung wurde auf den kommenden Mittwoch (6. Juli) verlegt - die letzte Sitzung vor der Sommerpause.

Im vergangenen Jahr hatte der Bundestag den Baubeginn für das Schloss aus Spargründen von 2011 auf 2014 verschoben. Der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn sagte, die jetzt notwendige Anpassung der Bausumme auf 590 Millionen Euro zeige, dass die von Bauminister Peter Ramsauer (CSU) betriebene Verzögerung nicht zu Einsparungen geführt habe.

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