Starker Jahrgang

Spitzennoten für Berlins Abiturienten

Mit einem stadtweiten Abi-Durschnitt von 2,4 haben 12.018 Schüler in Berlin das Gymnasium abgeschlossen. Die besten Noten gab es in Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

Die Berliner Abiturienten sind äußerst erfolgreich. Der Notendurchschnitt des Abschlussjahrgangs 2011 liegt berlinweit bei 2,4. Damit konnte das hohe Niveau des Vorjahres (2,4) gehalten werden. 2009 lag der Durchschnitt bei 2,5, in den Jahren davor bei 2,7. Im Vergleich der Bezirke liegen Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf mit 2,3 über dem Durchschnitt. Leicht darunter liegen Friedrichshain-Kreuzberg, Spandau, Neukölln und Lichtenberg mit einem Notenschnitt von 2,5.

Insgesamt haben in diesem Jahr 12.018 Schüler an 164 Berliner Schulen ihr Abitur abgelegt. Das sind 42 Prozent des Altersjahrgangs. Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat Berlin damit eine sehr hohe Abiturquote vorzuweisen. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gratulierte den Abiturienten zu dem guten Ergebnis. Er bedankte sich für ihr Engagement, zugleich aber auch bei den Familien, Lehrkräften und Schulleitungen für die Begleitung der Schüler.

263 Schüler schafften es, die Traumnoten 1,0 und 1,1 zu erreichen. Das sind 42 Schüler mehr als im vergangenen Jahr. Den Durchschnitt von 1,0 erlangten 161 Abiturienten. Die meisten 1,0-Abiturienten haben die Bezirke Reinickendorf (37), Steglitz-Zehlendorf (29) und Charlottenburg-Wilmersdorf (28). Besonders hervorzuheben ist das Reinickendorfer Humboldt-Gymnasium. Dort erreichten elf Schüler den Notendurchschnitt 1,0, darunter neun sogenannte Schnellläufer, die das Abitur in zwölf statt in 13 Jahren ablegten. Weitere fünf Schüler dieser Schule erzielten den Durchschnitt 1,1.

Zu den besonders guten Schülern gehört auch Claudia Zink aus Tempelhof-Schöneberg. Am Donnerstag hat sie ihr Abitur-Zeugnis mit der Traumnote 1,0 erhalten. „Dass es so gut wird, hatte ich nicht gedacht, aber einen Durchschnitt von 1,2 hatte ich schon angestrebt“, sagt die 19-Jährige. Denn für ihren Studienwunsch „Politische Weltkunde und Englisch auf Lehramt“ an der Freien Universität gebe es einen extrem hohen Numerus Clausus. Mit ihr zusammen haben gleich vier Schülerinnen am Eckener-Gymnasium in Tempelhof die Bestnote 1,0 erreicht. „Das ist ein sehr starker Jahrgang“, sagt Schulleiter Anselm Salinger. Der Gesamtdurchschnitt der Schule habe sich in den vergangenen fünf Jahren stetig gesteigert. Ein bisschen Glück und geschickte Fächerwahl gehörten wohl dazu, um einen derart guten Abschluss zu machen, sagt Abiturientin Claudia. Vor allem die gewählten Leistungsfächer müssten wirklich zu den Begabungen der Schüler passen. „Da haben es die kommenden Jahrgänge, die in zwölf Jahren Abitur machen, schwerer“, meint sie. Denn mit der elften Klasse fällt die Orientierungsphase weg, in dem man selbst seine Neigungen besser austesten kann. Die Zahl der Schüler, die das Abitur nicht bestanden haben, ist im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben. Es sind 551. 2010 waren es 554.

Den besten Notendurchschnitt berlinweit erreichten mit 1,7 wie bereits im Vorjahr die Schüler der Evangelischen Schule Frohnau (Reinickendorf). In diesem Jahr kann allerdings auch die Nelson-Mandela-Sekundarschule (Charlottenburg-Wilmersdorf) einen Durchschnitt von 1,7 vorweisen. Auf den zweiten Platz kommen mit einer Durchschnittsnote von 1,8 das Canisius-Kolleg in Mitte sowie das Gymnasium Steglitz. Platz drei belegen mit 1,9 das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster und das Hildegard-Wegscheider-Gymnasium. Beide Schulen liegen in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Französische Gymnasium, das 2010 ebenfalls zu den besten Oberschulen gehörte, konnte noch nicht mitbewertet werden, da die Ergebnisse des französischen Teils der Prüfungen noch nicht vorliegen.

Bernd Kokavecz, Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums in Reinickendorf, äußerte sich erfreut über die sehr guten Leistungen seiner Schüler sowie den guten Durchschnitt aller Berliner Abitur-Ergebnisse. „Dazu haben auch die Reformen der vergangenen Jahre geführt“, sagte er. Dazu gehöre die Einführung der sogenannten fünften Prüfungskomponente. Die beinhalte die Präsentation eines bestimmten Themas. „Darauf können sich die Schüler in Ruhe zu Hause vorbereiten. Viele erhalten in diesem Bereich deshalb sehr gute Noten“, so Kokavecz. Hinzu komme, dass die zentralen Prüfungen zu besseren Ergebnissen führten und Berlin im vergangenen Jahr seine Bewertungsmaßstäbe denen der anderen Bundesländer angeglichen hat.

So sieht das auch Ralf Treptow, Vorsitzender der Oberstudiendirektoren Berlins. „Die Ergebnisse bestätigen die vorzügliche Arbeit an den Berliner Oberschulen“, sagte er. Das Abiturniveau werde sich in Berlin deshalb in den kommenden Jahren zwischen 2,35 und 2,55 einpegeln. Treptow betonte zudem, dass die Personalausstattung der Gymnasien zum kommenden Schuljahr wesentlich besser sei, als im vergangenen Jahr.