"5. AirportRun"

Läufer zum letzten Mal auf dem Flughafen

Mehr als 2000 Sportler haben beim "5. AirportRun" die letzte Gelegenheit genutzt, auf den zukünftigen Pisten des Großflughafens BBI zu laufen. Im kommenden Jahr werden auf dort bereits Flugzeuge starten und landen.

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Mit vier Streckenrekorden und erstmals mehr als 2000 Teilnehmern war die fünfte Auflage des „AirportRun“ am Sonntag die bislang erfolgreichste. Genau 2125 Läuferinnen und Läufer zählte die „Berlin läuft GmbH“, die die Veranstaltung mit den Berliner Flughäfen organisiert hatte. Start- und Ziellinie waren direkt auf der Baustelle des Großflughafens in Schönefeld. Die Sportler hatten die Wahl zwischen einer 10-Kilometer-Strecke und der Halbmarathondistanz über 21,0975 Kilometer. Etwas mehr als 50 Kinder sind beim Bambinilauf angetreten. Eins aber hatten alle Distanzen gemeinsam – sie führten über die neuen Asphaltpisten, auf denen im kommenden Jahr Flugzeuge starten und landen werden.

„Wir freuen uns, dass deutlich mehr als 2000 Läuferinnen und Läufer die letztmalige Chance genutzt haben, auf der Start- und Landebahn zu rennen“, sagt Renndirektor Gerhard Janetzky. „Das sind 23 Prozent mehr Aktive als im Vorjahr.“

Flugzeugen gleich sind die Sportler gegen den Wind und mit Verspätung an den Start gegangen. Unregelmäßigkeiten beim S-Bahnverkehr und hoffnungslos überfüllte Zubringerbusse hatten jedoch bewirkt, dass einige Teilnehmer nicht pünktlich zum Start kamen. Um 9.15 Uhr war der Start. Die Strecke führte von den Start- und Landebahnen aus über Teile des Rollfeldes und mitten durch den zukünftigen Sicherheitsbereich des Airports.

Dort ging es vorbei an der Energieleitzentrale, am Terminal und dem neuen Tower. „Im nächsten Jahr ist das alles Hochsicherheitsbereich. Dann ist dort alles geschlossen“, sagt Janetzky. „Der AirportRun wird ähnlich wie in Hannover und München am Flughafengelände stattfinden.“ Angetan von den vielen Teilnehmern und der Kulisse freut sich Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) schon auf den Lauf im kommenden Jahr. „Der wird dann auf dem „Runway 3“, dem 22 Kilometer langen Radweg rund um das Flughafengelände, stattfinden.“ Noch allerdings befindet sich der Radweg im Bau. Rund 1400 Sportler entschieden sich am Sonntag für die Halbmarathondistanz. Der Kenianer Joseph Kiptum und Sylvia Renz vom OSC Berlin stellten hier neue Bestzeiten auf. André Pollmächer und Veerle Dejaeghere aus Belgien siegten in Rekordzeiten beim 10-Kilometer-Lauf. Pollmächer verbesserte den Streckenrekord auf 31:15 Minuten. Für den 28-Jährigen war es ein Trainingslauf. Im Herbst möchte er sich für den olympischen Marathon 2012 in London qualifizieren.

„Der Gegenwind war teilweise sehr heftig“, sagt „AirportRun“-Teilnehmer Sascha Kaschewsky. „Von vorne kalter Wind und auf dem Rücken hat die Sonne gebrannt.“ Mit einer Zeit von rund 37 Minuten war der Mann aus Lichtenrade aber zufrieden. Für die meisten Freizeitathleten war der Lauf über den zukünftigen Flughafen eine Abwechslung. „Ich war immer hin und her gerissen, ob ich nun langsamer laufen und genauer hinsehen soll, oder schneller laufen und eine bessere Zeit erreichen soll“, so Jörg Neumann.

Für einen langsameren Rundgang über die Großbaustelle bietet sich der kommende Sonntag an. Unter dem Motto „Blick ins Terminal“ lädt der Flughafenbetreiber von 9 bis 18 Uhr ein. Kostenfreie Parkplätze und kostenlose Zubringerbusse gibt es am Gewerbegebiet Waltersdorf und von den S-Bahnhöfen Alt-Glienicke, Grünau und Schönefeld.