Polizisten verletzt

Wieder nächtliche Randale an der Liebigstraße

Bei Ausschreitungen linker Gruppen an der Ecke Rigaer Straße/Liebigstraße in Friedrichshain sind ein Dutzend Polizisten durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt worden. Ein Haus wurde verwüstet.

In Friedrichshain ist es erneut zu Ausschreitungen linker Gruppen gekommen. In der Nacht zu Sonnabend griffen Randalierer Polizeibeamte an und verwüsteten ein Wohnhaus. Kurz nach Mitternacht versammelten sich dann etwa 100 Personen an der Ecke Rigaer Straße/Liebigstraße. In der Folgezeit wurden Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine in Richtung der Polizisten geschleudert. Auch aus einem Haus an der Rigaer Straße wurden Einsatzkräfte mit Wurfgeschossen angegriffen. Gegen 0.40 Uhr entdecken Beamte in einem weiteren, nahe gelegenen Haus, das gerade renoviert wird, eine aufgebrochene Wohnung. In deren Räumen hatten die Einbrecher Wasserventile geöffnet und Parolen an die Wand geschmiert, die sich gegen die im Februar erfolgte Zwangsräumung des Hauses Liebigstraße 14 richteten.

Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, wurde in den frühen Morgenstunden erneut in die Wohnung eingebrochen. Dabei gab es weitere Sachbeschädigungen. Bei den nächtlichen Ausschreitungen wurde ein Beamter verletzt, zwei mutmaßliche Angreifer, 22 und 28 Jahre alt, konnten festgenommen werden.

Bereits am Freitagabend war es nach Gegendemonstrationen gegen zwei von rechten Gruppen angemeldeten Kundgebungen in Mitte zu Handgreiflichkeiten zwischen den Gegendemonstranten und Polizisten gekommen. Mehrfach gab es Stein- und Flaschenwürfe auf die Einsatzkräfte. Dabei wurden zehn Beamte leicht verletzt. Sie konnten aber alle ihren Dienst fortsetzen. 18 Angreifer wurden vorläufig festgenommen. Bei den Kundgebungen und Demonstrationen zuvor waren 600 Polizisten im Einsatz, um Konfrontationen zwischen Linken und Rechten zu verhindern.

Für den frühen Abend hatte die NPD zum Jahrestag des Arbeiteraufstandes 1953 in der damaligen DDR eine Kundgebung vor der Zentrale der Linkspartei in Mitte angemeldet. Die Rechtsextremen konnten dafür allerdings gerade mal 40 Personen aufbieten. Denen gegenüber standen Hunderte Gegendemonstranten. Die Veranstalter sprachen von 600, neutrale Beobachter von 250 Gegendemonstranten. Auch dort kam es vereinzelt zu Übergriffen. Aus einem nahen Gebäude, in dem ein Zeitungsverlag untergebracht ist, flogen mit Wasser gefüllte Luftballons gegen die Rechten und die eingesetzten Polizisten. Zudem versuchten Gegendemonstranten wiederholt, die Polizeiabsperrungen am Kundgebungsort der NPD zu durchbrechen. Drei Personen wurden dabei vorübergehend festgenommen. Ein Polizeisprecher sprach am Sonnabend dennoch von einem weitgehend störungsfreien Verlauf.