Kriminalität

Wieder Brandstiftung - 14 Autos in Flammen

Seit Wochen zünden Unbekannte in Berlin immer wieder Fahrzeuge an. Am Pfingstwochenende brannten 14 Autos. Nun fordert die CDU eine Sonderkommission bei der Berliner Polizei zum Kampf gegen die Brandstifter.

Keine Nacht ohne brennende Autos in Berlin: Im Kampf gegen die Brandstifter fordert der Vorsitzende des Innenausschusses des Abgeordnetenhauses, Peter Trapp (CDU), eine Sonderkommission. Die Ereignisse der vergangenen Wochen zeigten, dass die bisherigen Konzepte nicht greifen würden, sagte Trapp am Montag. Allein in der Nacht zum Montag wurden bei einer Brandstiftung in Lichtenberg zehn Fahrzeuge beschädigt, die Polizei spricht von einem hohen Schaden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen 3 Uhr hatten Zeugen Polizei und Feuerwehr zur Straße Alt-Friedrichsfelde gerufen. Dort standen mehrere Autos auf dem Gelände eines Citroën-Händlers in Flammen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten die unbekannten Täter insgesamt vier Fahrzeuge direkt angezündet, das Feuer griff auf sechs weitere Wagen über. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden, die Täter entkamen unerkannt.

Mehrere Bezirke betroffen

Doch es gab am Pfingstwochenende noch weitere Brandstiftungen: Kurz nach Mitternacht am Pfingstsonntag rief ein Passant die Polizei zur Waltersdorfer Chaussee in Rudow, da er Flammen an einem BMW entdeckt hatte. Die Feuerwehr konnte einen großen Brand verhindern. Knapp 20 Minuten später zündeten Unbekannte einen VW-Kleintransporter auf einem Mieterparkplatz an der Schönefelder Chaussee in Altglienicke an. Durch die Flammen wurden Motor- und Fahrerraum völlig zerstört. Gegen 2.15 Uhr setzten ebenfalls unbekannte Täter einen BMW auf der Karl-Liebknecht-Straße in Mitte in Brand. Gegen 4.30 Uhr wurde an einem Mercedes auf der Straße Alt-Moabit Feuer gelegt, und nur Minuten später brannte ein BMW auf der Levetzowstraße in Tiergarten.

Angesichts dieser nicht abreißenden Serie von Brandstiftungen an Autos setzt sich die CDU für eine Sonderkommission bei der Berliner Polizei ein. „Die bisherigen Unternehmungen reichen nicht aus, die Konzepte greifen leider nicht. Wir brauchen eine speziell zusammengestellte Polizeieinheit, die zielgerichtet ermittelt, anstatt dass ein großer Personalaufwand stadtweit gestreut wird, ohne ein konkretes Ziel zu haben“, sagte Trapp der Berliner Morgenpost.

Die Erfolge bei der Suche nach den Tätern sind gering. Ein mutmaßlicher Brandstifter konnte Sonntagfrüh gestellt werden, allerdings durch die Hilfe von Gästen eines Restaurants: Gegen 1.50 Uhr hatte ein 36 Jahre alter Mann ein Lokal an der Türrschmidtstraße in Lichtenberg betreten und der 32 Jahre alten Wirtin erzählt, dass ihr Mercedes auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Mieterparkplatz brenne. Als der Mann anschließend das Lokal wieder verlassen wollte, hielten mehrere Gäste ihn fest und alarmierten die Polizei. Der angebliche Zeuge hatte ein rußverschmiertes Gesicht. Die Feuerwehr, die zwischenzeitlich von Anwohnern alarmiert worden war, löschte den Brand. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass kurz vor dem Brand ein Mann über die Grundstücksmauer des Hauses zum Hinterhof mit dem Parkplatz geklettert war. Der 36-Jährige wurde nach seiner Festnahme von einer Funkstreifenbesatzung zum Landeskriminalamt gebracht, wo er von Staatsschutzbeamten vernommen wurde. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl. Dem Mann wird eine politische Motivation unterstellt, Einzelheiten wurden bislang nicht bekannt.

Beim Landeskriminalamt gehen die Experten mehr und mehr davon aus, dass die Täter nicht mehr aus politischen Motiven handeln. „Die echte linke Szene hat sich gegen die sogenannte Hassbrennerei ausgesprochen, weil letztlich noch mehr Luxusfahrzeuge verkauft würden“, sagte ein Beamter. Wegen steigender Versicherungsprämien müsse die Bevölkerung letztlich für den Schaden aufkommen. Es seien Trittbrettfahrer unterwegs, die schlicht wissen wollten, wie es ist, ein Auto anzuzünden. „Das ist wie am 1.Mai, wenn Jugendliche ohne politisches Motiv Steine auf die Polizisten werfen.“ Der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux verurteilt die Brandstiftungen aufs Schärfste. „Ich weiß, dass dies eine Sonderbelastung für die Polizei darstellt. Aber der Personalaufwand ist alternativlos“, sagte Lux. „Ich werbe um Verständnis bei den betroffenen Beamten, dass sich der Rechtsstaat durchsetzen muss. Diese Taten sind nicht mehr hinnehmbar. Wie die Kritik an der Polizei. Die eingeteilten Polizisten haben bislang alles richtig gemacht“, so Lux weiter.