Geschäftsbericht

BSR-Chefin verdient 313.000 Euro pro Jahr

Der Geschäftsbericht der BSR listet die Vorstandsgehälter des Berliner Unternehmens auf. Die Chefin des Stadtreinigungsbetriebs verdient 313.000 Euro im Jahr und ihre Kollegen im Vorstand bekommen nicht viel weniger.

Foto: Massimo Rodari

Der Vorstand der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden. „2010 konnten wir unseren wirtschaftlichen Kurs der Gewährleistung von im Vergleich niedrigen Tarifen erfolgreich fortsetzen. Berlin behält bei der Müllabfuhr und Reinigung seinen Spitzenplatz“, so der Vorstand in seinem Vorwort zum Geschäftsbericht. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass die Vorstandsvorsitzende Vera Gäde-Butzlaff im vergangenen Jahr 313.000 Euro Gehalt bekommen hat. Das waren 1000 Euro weniger als noch im Vorjahr.

Ihre Kollegen im Vorstand, der für die Finanzen zuständige Lothar Kramm sowie der für Personal, Soziales und technische Dienstleistungen zuständige Andreas Scholz-Fleischmann bekamen 309.000 Euro beziehungsweise 280.000 Euro. Die Gehälter der Chefs öffentlicher Unternehmen werden seit einigen Jahren in den Geschäftsberichten veröffentlicht. Ein Teil der Vorstandsbezüge bei der BSR ist fix, ein anderer Teil wird nach Erreichen von vorher mit dem Aufsichtsrat vereinbarten Zielen gewährt.

Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr aufgrund des sogenannten Betriebssicherungsprogramms einen Fehlbetrag von 82 Millionen Euro ausweisen musste, beschäftigt 5379 Mitarbeiter. Darunter waren zum Stichtag 31.Dezember 2010 auch 191 Auszubildende. Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter, soziale Abgaben sowie für die Altersversorgung und Unterstützung lagen bei 279 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug diese Summe noch 264 Millionen Euro.

Die Umsatzerlöse der Abfallsammlung und -behandlung gingen von 267 Millionen Euro auf 263 Millionen Euro leicht zurück. Bei der Straßenreinigung stieg dagegen der Umsatz von 198 Millionen Euro auf 229 Millionen Euro. „Die Umsatzerlöse der Straßenreinigung enthalten in Höhe von 107 Millionen Euro Erstattungen für Leistungen, die vom Land Berlin zu tragen sind“, heißt es im Geschäftsbericht. Bei der Sammlung und Verwertung von Altstoffen verzeichnete das Unternehmen ein leichtes Plus von 18 auf 20 Millionen Euro. „Die Erlöse aus der Sammlung und Verwertung von Altstoffen wirken sich nahezu vollständig tarifmindernd aus“, so der Geschäftsbericht.

Orange Box wird ausgeweitet

Neben dem Programm zur Altersteilzeit ist die Ausweitung der Orange Box, in der Wertstoffe wie Alttextilien, Elektrogeräte und Holz gesammelt werden, ein Ziel der nächsten zwei Jahre. Die Orange Box ist gebührenfrei. Sie wird durch die Verwertung der Wertstoffe und indirekt durch die Gebühren für die graue Restmülltonne finanziert. Über ihre Einführung hatten die BSR und das private Entsorgungsunternehmen Alba lange gestritten. „Zugleich zeigen wir damit unsere Entschlossenheit, die kommunale Sammlung gegen den Monopolanspruch der privaten Entsorgungswirtschaft zu verteidigen, der letztlich zulasten des Gebührenzahlers ginge“, heißt es im Geschäftsbericht für das vergangene Jahr.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein handelsrechtliches Ergebnis von 21,5 Millionen Euro. Für 2012 soll es bei 10,1 Millionen liegen. „Für die Ergebniserhöhung 2011 sind das höhere Tarifergebnis und die geringeren Aufwendungen für das Betriebssicherungsprogramm ursächlich“, so der Vorstand.

Im laufenden Jahr sind Investitionen von 100 Millionen Euro geplant. Das meiste Geld fließt dabei in das Müllheizkraftwerk Ruhleben und in neue Fahrzeuge. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe wollen in Zukunft noch mehr auf Nachhaltigkeit setzen. Die Müllfahrzeuge sollen in Zukunft nicht nur mit dem Biogas betankt werden, das in der eigenen Biovergärungsanlage gewonnen wird. Zudem sollen Wasserstoff-Brennstoffzellen eingesetzt werden.