Untreueverdacht

Familienfarm Lübars kommen Tausende Euro abhanden

Die Familienfarm Lübars in Berlin-Reinickendorf hat ihren Schatzmeister wegen des Verdachts der Untreue angezeigt. Helmut N. soll Tausende Euro unterschlagen haben.

Dem Förderkreis der Familienfarm Lübars in Berlin-Reinickendorf ist Geld abhandengekommen. Das wurde bei einer Kassenprüfung für das Jahr 2010 festgestellt. Es geht um mehrere tausend Euro. Verdächtigt wird der Schatzmeister des Vereins, Helmut N. Vorstandsmitglied Ulrike Schütz hat, wie jetzt bekannt wurde, bereits vor wenigen Tagen bei der Polizei Strafanzeige erstattet – wegen des Verdachts der Untreue. Jetzt ermitteln die Behörden.

„Die Enttäuschung, auch die menschliche, ist groß“, sagte Ulrike Schütz. Die genaue Höhe des Fehlbetrags könne noch nicht benannt werden, aber die Summe sei beträchtlich. Sobald die Beleg- und Kontoprüfung abgeschlossen sei, könne der exakte Fehlbetrag beziffert werden.

Gegründet worden ist der Förderverein 1978, drei Jahre nach Gründung der Familienfarm Lübars unweit des Märkischen Viertels, die damals noch unter der Regie des Bezirksamts Reinickendorf stand und heute zum Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) gehört. Seit 2003 wird sie von dem gemeinnützigen Träger bewirtschaftet. Die Farm ist heute ein Veranstaltungsort für Familien, Betriebe, Anwohner des Märkischen Viertels und Berliner Stadtkinder. Das Ziel des Fördervereins sei es, den märkischen Landhof aufrechtzuerhalten, sagt EJF-Geschäftsführer Andreas Eckhoff. Die Zusammenarbeit mit dem Förderkreis sei hervorragend. Der schaue zwar mit Argusaugen auf den Betreiber der Familienfarm, das sei aber in Ordnung.

Schnelle Aufklärung

Ulrike Schütz hofft nun, dass alles schnell aufgeklärt wird. Dass es bereits in den Vorjahren zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll, kann sie nicht bestätigen. Der Schatzmeister, 1949 geboren, sei seit mindestens fünf Jahren im Verein aktiv. Der Förderkreis mit seinen momentan 262 Mitgliedern, unter ihnen Privatleute, Firmen- und Wohnungsunternehmen ebenso wie Mitglieder der Bezirksverordneten-Versammlung und Bundestagsabgeordnete, wollen die Arbeit der Familienfarm weiterhin unterstützen. Mit Spenden und den Jahresbeiträgen (je Mitglied 15 Euro) werden beispielsweise Tiere angeschafft. Auch die Anschaffung des Backhauses, Gewächshauses und des Fasanengeheges ermöglichte der Förderkreis.

Der Rechtsanwalt von Helmut N., Michael Engel, konnte zum Fall und zu den Vorwürfen noch nichts sagen. Wie jedem seiner Mandanten habe er auch Helmut N. geraten, „berechtigte Forderungen zu erfüllen und unberechtigte abzuwehren“. Der Anwalt hat den Verein gebeten, ihm eine Aufstellung über die Forderung zukommen zu lassen.

Der Förderkreis will unterdessen weiterhin „einen offenen Umgang pflegen“. „So bleibt man glaubwürdig. Unsere Arbeit für die Familienfarm soll nicht leiden“, sagt Ulrike Schütz.