Autos angezündet

Mutmaßlicher Brandstifter wieder auf freiem Fuß

Gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter wurde am Abend Haftbefehl erlassen. Allerdings bleibt dem 43-Jährigen das Gefängnis erspart - gegen Meldeauflagen.

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Erstmals in diesem Jahr hat die Berliner Polizei mutmaßliche Autobrandstifter festgenommen. Zwei Männer wurden in der Nacht zu Freitag gestellt.

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Einen Tag nach seiner Festnahme ist gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter Haftbefehl mit gleichzeitiger Haftverschonung erlassen worden. Das bedeutet, dass der Mann wieder auf freiem Fuß ist, sich aber zweimal die Woche bei der Polizei melden muss. Der 43-Jährige war zusammen mit einem zweiten, 24 Jahre alten Verdächtigen am frühen Freitagmorgen unmittelbar nach einem Brandanschlag in Moabit in der Nähe des Tatortes von der Besatzung eines Hubschraubers entdeckt und kurz darauf von der Polizei gefasst worden.

Bei der Durchsuchung beider Männer fanden die Beamten mehrere bei Autobrandstiftern oft verwendeten Grillanzünder. Der 24-Jährige musste schon am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt werden. In der Wohnung des 43-Jährigen wurden nach Angaben von Polizeisprecher Frank Millert jedoch Beweismittel zu einer Tat vom 16. Mai 2011 gefunden. Damals soll er versucht haben, auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain einen BMW anzuzünden. Zeugen hatten ihn dabei beobachtet.

Unabhängig von den aktuellen Ermittlungen gegen die beiden Verdächtigen brannten auch in der Nacht zu Sonnabend wieder mehrere Fahrzeuge. Kurz nach zwei Uhr bemerkten Anwohner der Fasanenstraße in Charlottenburg einen in Flammen stehenden Mercedes und riefen die Feuerwehr. Sie konnte allerdings nicht mehr verhindern, dass der Motorraum des Wagens zerstört wurde. Etwa eine halbe Stunde später setzten Unbekannte in der Augsburger Straße, ebenfalls in Charlottenburg, einen in Österreich zugelassenen Audi A6 in Brand. An dem Wagen entstand im Bereich des rechten Vorderrads erheblicher Schaden. Eine weitere Ausbreitung der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern.

Neben den beiden Autos geriet auch ein Bagger ins Visier von Brandstiftern. Gegen 1.45 Uhr bemerkte ein Passant auf der Linienstraße in Mitte, wie Flammen aus dem Baufahrzeug schlugen. Der Mann versuchte zunächst selbst, das Feuer zu löschen, alarmierte dann allerdings die Feuerwehr. Auch in diesem Fall entstand der Brand im Bereich eines Reifens. In allen drei Fällen geht die Polizei von einem politischen Hintergrund aus. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.