Auf Streife mit Praktikanten

Polizist in Marzahn von Betrunkenen verprügelt

Ein Polizeibeamter ist in Berlin-Marzahn von zwei Betrunkenen aus seinem Dienstwagen gezerrt und verprügelt worden. Er wurde erheblich verletzt. Ein 16 Jahre alter Schülerpraktikant musste die Tat mit ansehen.

Foto: schroeder

Zwei Männer haben am Freitagmorgen einen Polizisten verprügelt und erheblich verletzt. Der Beamte war gerade mit einem Schülerpraktikanten auf der Ringenwalder Straße in Berlin-Marzahn unterwegs, um eine Sachbeschädigung aufzunehmen. Als die beiden anschließend wieder zu ihrem Funkwagen zurückkehrten, kamen sie an einer Gruppe junger Männer vorbei, die Alkohol tranken und den Beamten anpöbelten. Als der Polizeikommissar losfahren wollte, rissen plötzlich zwei junge Männer aus der Gruppe die Fahrertür auf und zerrten den Beamten aus dem Fahrzeug. Unvermittelt schlugen sie auf den Polizisten ein, würgten ihn und nahmen ihn in den Schwitzkasten. Erst als Passanten dazukamen, flüchteten die Täter.

Die Zeugen konnten den herbeigerufenen Polizeibeamten allerdings genau beschreiben, wohin die Täter geflüchtet waren. Wenig später stellten die Polizisten die beiden 21 und 27 Jahre alten Männer in einem Keller in der Nähe. Der angegriffene Beamte erlitt einen Meniskusriss, Hüft- und Schulterverletzungen. Der 16 Jahre alte Schülerpraktikant blieb unverletzt.

Für den Berliner Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Klaus Eisenreich, stellt der Vorfall eine gefährlich Entwicklung dar: „Angriffe auf Polizeibeamte gehören heutzutage leider fast zur Normalität.“ Insgesamt sei die Hemmschwelle, gewalttätig gegen Polizisten vorzugehen, gesunken. Das liege insbesondere daran, dass der Senat falsche Schwerpunkte setze. „In Berlin hat Sicherheitspolitik nicht mehr den Stellenwert wie früher“, sagte Eisenreich. Häufig könnten Polizeibeamte nicht einmal nach Verstärkung rufen, da keine Kollegen zur Verfügung stünden. Grundsätzlich müssten Straftaten gesellschaftlich stärker geächtet und die Täter vor allem zügiger bestraft werden. „Das schreckt dann ab“, sagte Eisenreich.