Landgericht Berlin

Frau wurde geschlagen, vergewaltigt und gefilmt

In der Nacht zum 15. Januar 2011 erlebte eine junge Frau in Berlin-Reinickendorf die "absolute Hölle". Die 22-Jährige wurde mehrfach vergewaltigt, ihr Freund bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt und alles gefilmt. Die mutmaßlichen Täter stehen jetzt vor Gericht.

Für die junge Frau war es die Hölle, sie wurde misshandelt und mehrmals vergewaltigt – ihr mutmaßlicher Peiniger hat sich am Donnerstag vor dem Landgericht Berlin verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 18 Jahre alten Mann und drei Komplizen gemeinschaftliche Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Der Freund der 22 Jahre alten Frau war zuvor schwer malträtiert worden.

Gegen 3.00 Uhr nachts sollen die jetzt angeklagten Männer auf dem Waidmannsluster Damm in Berlin-Reinickendorf dem Paar begegnet sein. Der 19-Jährige soll dem Mann von hinten eine Flasche auf dem Kopf zerschmettert haben. Dann wurde der 24-Jährige mit Fußtritten so schwer verletzt, dass er bewusstlos wurde.

Tat wurde gefilmt

Laut Anklage zerrte der mutmaßliche Haupttäter die weinende Frau dann auf einen Parkplatz, dort soll er sie vergewaltigt haben. Aus Angst habe sich die Mutter eines kleinen Kindes nicht gegen den Angriff des 18 Jahre alten Maurerlehrlings gewehrt. Die drei anderen Männer sollen zugeschaut und gelacht haben.

In der Nähe eines Sportplatzes soll sich der 18-Jährige erneut an der Frau vergangen haben, während seine Freunde die Frau im Halbkreis umringten. Einer der Angeklagten soll die Tat auch gefilmt haben. Weil die Berlinerin inzwischen geschwächt war, soll der Lehrling sie zu einem Hochhaus getragen und dort erneut vergewaltigt haben. Zu der Zeit soll nur noch ein 19-Jähriger dabei gewesen sein, der Schmiere gestanden habe.

Zum Schutz der Angeklagten und der Opfer haben die Jugendrichter die Öffentlichkeit aus dem Prozess ausgeschlossen. Für die 22-Jährige war es „die absolute Hölle, seit dem Tag hat sie den Glauben an die Menschheit verloren“, erklärte Nebenklagevertreter Thomas Schräder am Rande der Verhandlung. Die Berlinerin sei in Therapie und arbeitsunfähig. Sie sei kaum in der Lage sich um ihr Kind zu kümmern und traue sich fast nicht ohne Begleitung aus dem Haus.

Angeklagter spielte Tat herunter

Ihrem Freund gehe es psychisch recht gut. Er leide aber unter Konzentrationsstörungen. Es sei noch unklar, ob ein Hirnschaden vorliege, sagte Anwalt Schräder. Das Paar soll am kommenden Dienstag hinter verschlossen Türen vernommen werden.

Die Angeklagten wurden im Januar festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Der Hauptangeklagte hatte nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne sexuelle Handlungen zugegeben. Der 18-Jährige habe die Vorwürfe heruntergespielt und sich darauf berufen, dass die Frau sich nicht gewehrt habe.