Brandanschläge

Zwölf Autos brennen in einer Nacht

Immer mehr Autos in Berlin fallen Brandanschlägen zum Opfer. In der Nacht standen ein Dutzend Fahrzeuge, hauptsächlich im Ortsteil Moabit, in Flammen. Die Täter können erneut unerkannt entkommen.

Die Serie der Brandanschläge auf Autos in Berlin setzt sich scheinbar unaufhaltsam fort. In der Nacht zu Mittwoch verzeichnete die Polizei acht Anschläge, bei denen insgesamt zwölf Autos teils zerstört, teils schwer beschädigt wurden. Der Schwerpunkt der Brandstiftungen lag im Stadtteil Moabit, in sieben von acht Fällen hat der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, da politische Motive der bislang noch unbekannten Täter derzeit nicht ausgeschlossen werden können.

Den ersten Brand meldeten um 1.30 Uhr Anwohner der Calvinstraße in Moabit. Dort stand ein BMW in Flammen; durch das Feuer wurde der Motorraum des Fahrzeugs zerstört. 20 Minuten späten gingen am nur wenige Hundert Meter entfernten Bundesratufer zwei weitere Pkws in Flammen auf. Ziel des Anschlags wurden ein Audi A2, der vollständig ausbrannte, und eine Mercedes-A-Klasse. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Durch die starke Hitze wurden zudem zwei in der Nähe der angezündeten Autos geparkte Pkws – ein Renault und ein Smart – in Mitleidenschaft gezogen. Zudem griffen die Flammen auf die Front eines Hauses über, eine Eingangstür wurde beschädigt. Die Feuerwehr verhinderte ein weiteres Ausbreiten der Flammen.

Polizei vermutet politisches Motiv

Der nächste Brand wurde gegen zwei Uhr aus der Modersohnstraße in Friedrichshain gemeldet. Dort ging auf einem Baustellengelände ein Pritschenanhänger in Flammen auf; Anwohner alarmierten die Feuerwehr. Etwa zur gleichen Zeit setzten Unbekannte erneut in Moabit einen Audi A8 in Brand. Der auf der Solinger Straße abgestellte Wagen wurde im Frontbereich erheblich beschädigt. Auch hier konnte die Feuerwehr ein Ausbreiten der Flammen verhindern.

Gegen 2.10 Uhr brannte ein vor der Kleingartenkolonie Plötzensee am Nordufer in Charlottenburg abgestellter BMW der 3er-Reihe. Übergreifende Flammen beschädigten zudem einen daneben geparkten Volvo. In diesem Fall schließt die Polizei einen politischen Hintergrund aus; ein Brandkommissariat hat die Ermittlungen übernommen.

Ein politisches Motiv vermuten die Ermittler hingegen bei zwei weiteren Brandanschlägen auf einen BMW und einen Mercedes in den frühen Morgenstunden auf der Rigaer Straße in Friedrichshain. Den BMW traf es kurz vor 5 Uhr, den Mercedes etwa eine Stunde später. Im zweiten Fall griffen die Flammen auf ein Motorrad über, das stark beschädigt wurde. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der politisch motivierten Brandanschläge in diesem Jahr auf 74. Dabei wurden 122 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.