Täter gesteht

28-Jährige in Lichtenrade von Freund erstochen

Ein 38 Jahre alter Berliner hat bei der Polizei gestanden, seine Lebensgefährtin getötet zu haben. Die Mutter von zwei Kindern war leblos in ihrer Wohnung in Lichtenrade gefunden worden.

Foto: Steffen Pletl

Eine junge Frau ist bei einem Beziehungsdrama in Berlin-Lichtenrade getötet worden. Die 28-Jährige wurde am Dienstagmorgen leblos in ihrer Wohnung an der Skarbinastraße aufgefunden. Die Frau war niedergestochen worden.

Offenbar war es in der Wohnung im vierten Obergeschoss zu einem Streit zwischen der Mutter von zwei Kindern und ihrem Lebensgefährten gekommen. Gegen 10 Uhr stellte sich der 38 Jahre alte Lebensgefährte des Opfers in Tempelhof der Polizei. Den Beamten der Gefangenensammelstelle am Tempelhofer Damm erklärte er, er habe seine Lebensgefährtin getötet, und gab die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer, ab.

Sofort alarmierten die Polizisten ihre Kollegen und einen Rettungswagen der Feuerwehr. Ein Notarzt versuchte in der Wohnung noch, die schwerverletzte Frau wiederzubeleben, doch vergeblich. Sie starb noch am Tatort. Ihre beiden Kinder sollen zur Tatzeit bei Verwandten untergebracht gewesen sein. Die weiteren Ermittlungen zur Aufklärung der Tat und den Hintergründen hat die 5. Mordkommission übernommen.

In der Siedlung am südlichen Stadtrand beobachteten die Anwohner am Dienstag, schockiert von der Tat, wie Kriminaltechniker in das fünfgeschossigen Gebäude gingen, um in der Wohnung des Opfers Spuren zu sichern.

Das Paar war nach Angaben von Nachbarn erst vor einigen Wochen in die Wohnsiedlung der GSW an der Skarbinastraße eingezogen. Seitdem seien die beiden durch häufige, laute Streitigkeiten aufgefallen, sagten die Nachbarn. Der Mann habe sehr dominant gewirkt. Das Opfer dagegen sei eher zurückhaltend gewesen. Nur, wenn ihr Freund nicht dabei war, sei man mit der 28-Jährigen ins Gespräch gekommen.

Nach Informationen von Morgenpost Online könnten akute Geldprobleme Auslöser der letzten, tödlichen Auseinandersetzung der Frau mit ihrem Freund gewesen sein. Mehrere Nachbarn berichteten, dass sie bereits am Montagnachmittag einen Streit direkt vor ihrem Haus miterlebt hätten, mit lautstarken Beschimpfungen und auch Drohungen des Mannes gegen seine Freundin.

Der 38-Jährige sei, begleitet von einem anderen Mann, auf dem Gehweg seiner Lebensgefährtin begegnet. Offensichtlich hatte die junge Mutter ihm Vorhaltungen gemacht, weil er die Unterstützung der jungen Familie vom Jobcenter verspielt oder zumindest für sich allein ausgegeben hatte. Bereits da soll der 38-Jährige die Frau massiv bedroht haben. Eine der Drohungen, so erinnert sich ein Nachbar, war: „Ich bring' dich um“.