Verabschiedung des Polizeichefs

Dieter Glietsch "hat Berlin gut getan"

Dieter Glietsch ist mit einem Festakt offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Innensenator Körtung sprach in seiner Rede über die Verdienste, aber auch die Fehler des manchmal umstrittenen Polizeipräsidenten.

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Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch (64) ist offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) würdigte die neunjährige Arbeit von Glietsch und bedankte sich. „Die Berliner Polizei ist hervorragend aufgestellt“, sagte Körting im Bärensaal des Alten Stadthauses gegenüber dem Roten Rathaus. „Insbesondere Sie können darauf stolz sein.“ Der Senator schloss mit den Worten: „Es hat Berlin gut getan. Danke schön.“ Die noch offene Frage des Nachfolgers von Glietsch sprach Körting nicht an.

Glietsch bedankte sich bei seiner Frau, bei Körting, allen Mitarbeitern der Polizei und bei Gesprächspartnern etwa vom Türkischen Bund und der Jüdischen Gemeinde. Körting habe ihm den Handlungsspielraum gelassen, den er oft bis an die Grenzen ausgereizt habe. Unter den Gästen waren zahlreiche hochrangige Vertreter der Polizei, einige Fraktionsvorsitzende aus dem Abgeordnetenhaus und weitere Landespolitiker.

Neuer Umgang mit Fehlern

Körting erinnerte an schwierige Aufgaben während der Amtszeit von Glietsch, die erfolgreich gelöst worden seien: Großeinsätze wie Staatsbesuche, Fußball-WM, Silvesterfeiern, Marathonläufe und die Nächte des 1. Mai. Auch intern habe Glietsch bei der Reform seiner Behörde eine Menge bewegt. Fehler würden in jeder Behörde passieren, sagte Körting. Entscheidend sei der neue Umgang damit, den Glietsch eingeführt habe: „Wichtig ist, dass man zu den Fehlern steht.“

In einigen persönlichen Worten widmete Körting sich auch Eigenschaften von Glietsch, die in der Polizei nicht immer positiv ankamen. „Ich neige dazu, jeden Brief zu lesen, den ich rausgebe. Sie neigen dazu, jeden Brief auch noch ausführlich zu korrigieren, bevor sie ihn unterschreiben.“

Glücksfall für Berlin

Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers, die die Behörde in den nächsten Wochen vorerst leiten wird, bedankte sich ausführlich und überschwänglich. Sie lobte Glietsch als Glücksfall für die Berliner Polizei. Er habe die Behörde so umfassend reformiert, wie es viele Kritiker niemals für möglich gehalten hätten. Koppers sagte: „Sie sind mit Abstand der beeindruckendste Vorgesetzte, den ich je hatte.“

Seit Dezember suchte der Senat nach einem Nachfolger. Der von Körting ausgewählte Kandidat, der frühere Chef des Bundesgrenzschutz-Präsidiums Ost, Udo Hansen (58), soll erst ernannt werden, wenn vom Verwaltungsgericht über einen Einspruch eines abgewiesenen Bewerbers entschieden ist.