Verkehrschaos

Umgekippter Lkw verursacht Megastau auf der Avus

Nachdem ein Lastwagen auf der Avus umgekippt war, bildete sich ein kilometerlanger Stau auf der Autobahn stadteinwärts. Auch auf der Gegenfahrbahn mussten sich Berufspendler in Geduld üben – Bauarbeiten sorgten hier für Behinderungen.

Foto: schroeder

Mit Beginn der neuen Arbeitswoche nach den Osterferien haben die Autofahrer viel Geduld aufbringen müssen. Berliner und Berufspendler aus dem Umland standen auf der Avus, der BAB – A115, in beiden Fahrtrichtungen im Stau. Stadtauswärts behinderten die beginnenden Bauarbeiten zwischen dem Hüttenweg und der Abfahrt Spanische Allee den Verkehr, stadteinwärts sorgte ein umgestürzter Lkw kurz vor dem Autobahndreieck Funkturm für einen Megastau – mit einer Länge von bis zu zehn Kilometern.

Wie die Polizei mitteilte, kam es gegen 7.30 Uhr zu dem Verkehrsunfall, bei dem der mit 1,5 Tonnen Rinderhälften beladene Lkw umgestürzt war. Ein 45 Jahre alter Autofahrer war auf dem rechten Fahrstreifen der Autobahn unterwegs und musste kurz vor dem Dreieck wegen eines Staus abbremsen. Der 24-jährige Lastwagenfahrer, der hinter dem Pkw fuhr, bemerkte das zu spät, versuchte noch zu bremsen, wich dann aber auf den linken Fahrstreifen aus. Augenzeugen berichten, dass sich die Fahrzeuge noch berührten. Der Lkw stürzte auf die linke Fahrzeugseite, rutschte über die Fahrbahn und kam erst an der Leitplanke zum Stehen. Andere Verkehrsteilnehmer hätten die Frontscheibe des Fahrerhauses eingeschlagen und den verletzten Fahrer befreit, sagte ein Sprecher der Polizei. Der schwer verletzte 24-Jährige musste von einem Notarzt an der Unfallstelle behandelt werden und wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Der Pkw-Fahrer blieb unverletzt.

Mit einem Feuerwehrkran wurde der umgestürzte Lastwagen wieder aufgerichtet. Anschließend wurden ausgelaufenes Benzin und Öl mit chemischen Mittel gebunden und von der Autobahnfahrbahn beseitigt. Die Bergungsarbeiten dauerten rund drei Stunden bis in die späten Vormittagsstunden an. Die Polizei sperrte die Avus ab der Abfahrt Hüttenweg stadteinwärts und leitete den Verkehr dort von der Autobahn auf den Hüttenweg im Grunewald ab.

Überfüllte Nebenstrecken

„Ich hatte glücklicherweise von dem Unfall im Radio gehört und bin nicht auf die Avus gefahren“, sagte Frank Lehmann. Der Geschäftsführer einer IT-Fachfirma fährt täglich von Wannsee zu seinem Geschäft in Halensee. „Normalerweise brauche ich ungefähr 20 Minuten für die Strecke, heute war ich etwas mehr als eine Stunde unterwegs. Alle Nebenstrecken der Avus waren dicht oder stark befahren.“ Weniger Glück hatte Tobias Kaiser. Für seinen Arbeitsweg zum Rathaus Wilmersdorf benötigte er am Montag rund zwei Stunden. „Erst stand ich auf der Avus im Stau, dann bin ich über den Hüttenweg, die Clayallee und den Hohenzollerndamm zum Fehrbelliner Platz geschlichen“, sagte Kaiser. „Wenn alles frei ist, fahre ich über das Autobahndreieck Funkturm auf die Stadtautobahn Richtung Süden und dann auf den Hohenzollerndamm.“

Morgendliche Engpässe

Auf der Gegenfahrbahn der Avus, zwischen den Anschlussstellen Spanische Allee und Hüttenweg, kam es ab den frühen Morgenstunden zu Engpässen. Während stadteinwärts nichts mehr rollte, hieß es auf dem Weg aus Berlin heraus „Stop and go“. An diesem Streckenabschnitt begann am Montag die Sanierung der Avus, es gilt auf den beiden Fahrspuren nun die Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde. Dies bekamen auch Polizeibeamte aus den anderen Bundesländern zu spüren, die am 1. Mai in Berlin im Einsatz gewesen waren. Etliche Polizei-Einsatzwagen standen im Stau oder kamen nur langsam voran.

Der neun Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Funkturm und der Anschlussstelle Spanische Allee soll bis Ende 2013 in vier Bauabschnitten erneuert werden. Dabei werden die Fahrbahnen auf beiden Seiten komplett saniert. Erneuert werden auch alle Leitplanken, die Betonschutzwände und die Entwässerungsanlagen. Während der gesamten Bauzeit sollen stets zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung stehen. Die Anschlussstelle Hüttenweg kann stadtauswärts jedoch nicht mehr genutzt werden. Auch der Hüttenweg ist im Bereich der Autobahn seit Montag voll gesperrt. Über die mittlerweile 90 Jahre alte Avus fahren täglich bis zu 90000 Pkws und 4500 Lastwagen.

Flughafentunnel gesperrt

Aber auch im Norden von Berlin sorgte ein Verkehrsunfall am Montag für Verspätungen. Auf der A111 gab es ebenfalls einen Stau mit einer Länge von bis zu zehn Kilometern. Betroffen war der Autobahnabschnitt zwischen Stolpe und dem Autobahndreieck Charlottenburg. Nach Angaben der Polizei ereignete sich um 6.49 Uhr ein Unfall auf dem mittleren Fahrstreifen der Autobahn Höhe Heckerdamm in Fahrtrichtung Süden. Die Polizei musste den Fahrstreifen stadteinwärts sperren. Der Stau wurde so groß, dass wenige Minuten nach sieben Uhr auch der Flughafentunnel Tegel gesperrt werden musste. Autofahrer, die in die Stadt wollten, wurden umgeleitet. Kurz nach acht Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden, sagte ein Polizeisprecher.