Neues Stadtquartier

Höffner-Chef investiert 350 Millionen in Pankow

Unternehmer Kurt Krieger ist bereits groß im Geschäft: Ihm gehören die milliardenschweren Höffner-Möbelhäuser. Jetzt plant der 63-jährige Geschäftsmann den nächsten großen Coup: ein Einkaufszentrum mit Park in seiner alten Heimat Pankow.

Foto: Glanze

Unternehmer Kurt Krieger hat bereits 17 Höffner-Möbelhäuser aufgebaut. Die größten stehen in München, Frankfurt und Köln, in Hamburg eröffnet er im August ein neues. Rund 8000 Mitarbeiter arbeiten bei der Höffner-Gruppe. Mit einem Umsatz von einer Milliarde Euro gilt Höffner nach Ikea als größtes Möbelhaus in Deutschland. Jetzt will der 63-jährige Geschäftsmann es noch einmal wissen und sein letztes großes Projekt starten: ein neues Stadtquartier.

In Pankow auf dem ehemaligen Rangierbahnhof gleich neben der U- und S-Bahn soll es entstehen. Der Name: "Pankower Tor". Für den dort geplanten neuen Stadtplatz und Park will Krieger einen internationalen Wettbewerb ausloben. Die Investitionssumme beträgt insgesamt 350 Millionen Euro, aber Krieger ahnt schon: "Das läppert sich ruck, zuck, und meistens wird es teurer." Aufs Geld will der Geschäftsmann aber gerade bei diesem Projekt nicht schauen. "Es soll schließlich hübsch werden." Als gebürtiger Pankower, der bis zum Alter von zehn Jahren bei den Großeltern an der Klothildestraße aufwuchs, weil die Eltern arbeiteten, fühlt er sich Pankow verbunden. Die riesige Brache zwischen Prenzlauer Promenade und Berliner Straße hat Krieger bereits gekauft.

Gegenwehr kmmt von den Grünen

Die Bezirksverordneten haben dem Vorhaben gerade grünes Licht gegeben. Bis es Baurecht gibt, werden allerdings noch Jahre vergehen. Krieger rechnet mit einer Entwicklungszeit von rund zehn Jahren, bis alles steht. Ein Jahr wurde bereits debattiert, 19 Entwürfe lieferte Krieger. Nur die Grünen kritisieren die Pläne nach wie vor. Das mit 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplante Einkaufszentrum gefährde das historische Pankower Zentrum, so der Vorwurf. Baustadtrat Michail Nelken (Linke) und die anderen Parteien hingegen begrüßen das Mammutprojekt für den Bezirk, der von immer mehr jungen Familien entdeckt wird.

Während Kriegers Vorgänger das 40 Hektar große Areal entlang der Bahnstrecke parzelliert hätte, um es gewinnbringend weiterzuverkaufen, biete Krieger ein "integriertes Gesamtkonzept mit vielen Chancen", lobte Roland Schröder (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses. Er gab zu, dass der Bezirk den Senat noch vom Projekt überzeugen muss. Strittig ist das Einkaufszentrum. Die zwei geplanten Möbel-Häuser mit 40.000 (Höffner) und 7000 (Sconto) Quadratmetern Verkaufsfläche sind es nicht.

Der Bezirk hat Wünsche, die Krieger erfüllen würde: Dazu gehört, einen Tunnel unter der Bahn zu bauen, Platz für eine Schule zur Verfügung zu stellen. Auch eine Straßenbahn über das fast zwei Kilometer lange Gelände, für die Krieger die Trasse freihält, soll es geben. Ab Ende Mai können sich Bürger immer sonnabends in der Box am U-Bahnhof Pankow informieren.

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