Kriminalität

Fünf Autos brennen nachmittags, fünf abends

Fünf Autos sind am Sonnabendmittag in Charlottenburg ausgebrannt. Die Polizei geht inzwischen von einem technischen Defekt aus. Auch in Prenzlauer Berg, Mitte und Neukölln gab es Anschläge: hier brannten fünf Geländewagen, eine Tat konnte verhindert werden.

In Halensee sind Sonnabend Nachmittag fünf Autos durch ein Feuer vollständig zerstört worden. Grund: ein Technischer defekt. Austretende Kraftstoffe, starke Windböen und eine abschüssige Fahrbahn hätten dazu geführt, dass die Flammen des brennenden Fahrzeuges auf weitere Autos übergriffen, teilte die Polizei mit. In den Abendstunden brannten erneut fünf Fahrzeuge in Mitte und Prenzlauer Berg, ob diese Taten politisch motiviert waren, war zunächst noch nicht bekannt. So wurden über die Weihnachtsfeiertage insgesamt zehn Fahrzeuge angesteckt. In einem Fall blieb es bei einer versuchten Brandstiftung.

Es war kurz nach 14 Uhr, als eine Zeugin an der Joachim-Friedrich-Straße in Halensee die brennenden Pkw entdeckte. Fünf hintereinander geparkte Autos standen lichterloh in Flammen. Darunter auch der Opel Corsa eines 23 Jahre alten Studenten, der dort nur kurz geparkt hatte, um seinen Eltern seine neue Wohnung zu zeigen. Als der zukünftige Betriebswirt wieder hinaus kam stand sein Corsa, für den er nur eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hatte, mit Studienunterlagen und seinem Laptop in Flammen. Nach ersten Ermittlungen der Polizei habe zunächst nur ein Fahrzeug gebrannt. Aber durch auslaufendes Benzin, starke Windböen und eine abschüssige Fahrbahn hätten sich vier weitere Autos entzündet, sagte ein Sprecher der Polizei.

In Prenzlauer Berg und Mitte wurden am Samstagabend fünf Wagen beschädigt. Dabei waren überwiegend Geländewagen betroffen. Verletzt wurde niemand. Auch hier geht die Polizei von Brandstiftung aus. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der polizeiliche Staatsschutz.

Brandmeldungen im Zehn-Minuten-Takt

Die Brandmeldungen kamen dort Schlag auf Schlag: Gegen 18.50 Uhr bemerkte eine 45-jährige Anwohnerin der Lottumstraße im Prenzlauer Berg einen brennenden „Range Rover“ Die Feuerwehr löschte den am vorderen linken Radkasten brennenden Geländewagen. Der Pkw wurde im gesamten vorderen Bereich beschädigt.

Zehn Minuten später der nächste Alarm: Ein anonymer Anrufer meldete einen brennenden Jeep an der Kollwitzstraße im Prenzlauer Berg. Das im Bereich des Motorraumes entzündete Feuer erlosch jedoch vor Eintreffen der Feuerwehr von selbst. Am Fahrzeug wurde der linke vordere Reifen beschädigt.

Gegen 19.10 Uhr rief ein 35 Jahre alter Anwohner die Polizei in die Fehrbelliner Straße in Mitte, wo ein "Chrysler" brannte. Der vor dem Wohnhaus geparkte Geländewagen brannte im Bereich des Motorraumes. Vor Eintreffen der Feuerwehr löschte der Anrufer den Brand am Pkw selbst. Das Fahrzeug wurde an der Motorhaube leicht beschädigt.

Gut zwei Stunden später wurden Polizei und Feuerwehr in die Hans-Otto-Straße in Prenzlauer Berg gerufen. Ein unbekannt gebliebener Passant hatte den Wirt eines Lokals informiert, das er vor der Gaststätte einen brennenden "Jeep" bemerkt hatte. Der 52-jährige Kneipier löschte mit einem Feuerlöscher das im Bereich des Motorraumes brennende Fahrzeug. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr überprüfte den bereits erloschenen Geländewagen. Er war am rechten Kotflügel beschädigt.

Kriminalbeamte der Polizeidirektion 1 bemerkten gegen 22 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße im Prenzlauer Berg einen brennenden "Mercedes". Das im Motorraum entzündete Feuer erlosch von selbst. Der Geländewagen wurde am rechten Vorderrad beschädigt.

An der Harzer Straße in Neukölln verhinderte ein aufmerksamer Zeuge am Sonnabend die Brandstiftung an einem Renault Twingo. Der 46-Jährige hatte einen Mann beobachtet, wie er sich an dem besagten Pkw zuschaffen machte. Nach dessen Verschwinden brannte es plötzlich unter dem Twingo. Der Zeuge zog ein brennendes Behältnis unter dem Wagen hervor. Durch das schnelle Eingreifen wurde der Renault nicht beschädigt, der Täter entkam aber unerkannt. Genau wie der Brandstifter, der einen Tag zuvor im Pankower Ortsteil Französisch Buchholz einen VW angesteckt hatte. Eine 30-Jährige hatte am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 4 Uhr das brennende Fahrzeug an der Straße 74 bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

An Heiligabend schlugen Unbekannte an der Schulzendorfer Straße in Gesundbrunnen sogar die Beifahrerscheibe eines Pkw ein, um darin einen Brandsatz zu entzünden. Anwohner bemerkten das Feuer und alarmierten die Feuerwehr. Das Landeskriminalamt hat in allen Fällen die weiteren Ermittlungen übernommen.