Razzia

Polizisten finden bei Rockern Drogen und Waffen

Bei einem Treffen der Rockergruppe Hells Angels in Alt-Hohenschönhausen hat die Polizei Drogen und Waffen beschlagnahmt. Zufällig ging den Beamten dabei ein mit Haftbefehl gesuchter 20-Jähriger ins Netz.

Die Polizei hat bei zwei Zusammenkünften von Angehörigen der Rockerszene in Lichtenberg und Reinickendorf mehrere Hundert Personen kontrolliert. Die Polizei brachte dabei einige Straftaten zur Anzeige, Festnahmen wurden indes nicht vermeldet. An den Einsätzen, die am Sonnabend bis in die Nachtstunden andauerten, waren etwa 200 Beamte beteiligt.

Der Schwerpunkt der Kontrollen war ein Treffen von Hells Angels im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen. An der Gärtnerstraße waren im Laufe des Nachmittags und Abend etwa 270 Höllenengel zusammengekommen. Die Polizei ließ im Rahmen ihrer Null-Toleranz-Strategie die Zufahrtswege von schwer bewaffneten Beamten abriegeln, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Anzeigen wegen Drogenbesitz

Gegen einen 43-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet, weil der Mann nach Polizeiangaben im Besitz von mehreren Kreditkarten war, die nicht auf ihn ausgestellt waren. Der Verdächtige konnte auch keine Angaben machen, die diesen Besitz rechtfertigen würden. Ein 19-Jähriger wurde mit Betäubungsmitteln erwischt und erhielt eine entsprechende Anzeige. Ein weiterer Besucher des Treffens musste sein Auto abgeben, da sein Fahrzeug nicht haftpflichtversichert und deswegen bereits zur Fahndung ausgeschrieben war.

Außerdem ging bei den Kontrollen ein 20-Jähriger ins Netz, der wegen einer nicht bezahlten Geldbuße eines Strafverfahrens mit Haftbefehl gesucht wurde. Der Mann zahlte die verlangten 150 Euro und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein weiterer Rocker kassierte noch eine Strafanzeige, weil er ein verbotenes Messer mit sich führte.

Ebenfalls scharf kontrollierte die Polizei im Märkischen Viertel eine Veranstaltung der Bodybuilder-Szene. Zu der Veranstaltung im Fontanehaus am Wilhelmsruher Damm waren 35 Hells Angels erschienen. Zwischenfälle blieben dort aber aus.

Wegen der Verstrickungen der Motorradklubs in kriminelle Aktivitäten, etwa dem Handel mit Drogen, Anabolika, Schutzgelderpressung und im Rotlichtmilieu sind die Gruppierungen im ständigen Fokus der Sicherheitsbehörden. Die Streitigkeiten der konkurrierenden Verbindungen um die Vorherrschaft führen nicht nur in Berlin und der Region regelmäßig zu Straftaten wie schwerer Körperverletzung mit Waffen bis hin zum Mord.

Erst im April hatte die Polizei im Vereinsheim der Hells Angels an der Residenzstraße verbotene Waffen und Anabolika sichergestellt. Nur eine Woche zuvor hatten sich Bandidos und Hells Angels, wie berichtet, in einem Einkaufscenter in Tegel eine Schlägerei geliefert, in deren Folge die Polizei sieben Beteiligte festnahm.

Mehr als 50 Festnahmen von Rockern durch die Polizei gab es in der Nacht zu Sonntag im Bremen. Nach der Eröffnung eines Vereinsheim des Mongols MC, der zu Beginn dieses Jahres in Berlin mit der Gründung eines Ablegers gescheitert war, war es vor dem Treffpunkt der Hells Angels zu heftigen Schlägereien gekommen.