Qualitätspaket

Viele Fragezeichen vor Zöllners Entscheidungen

Bevor Bildungssenator Zöllner seine Ergebnisse zum Qualitätspaket präsentiert, gab es hitzige Debatten um zahlreich Punkte des Konzepts. So fürchten schlechtere Schulen sich vor Ansehensverlust. Und viele Rektoren um ihren Jobs.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

Bildungssenator Jürgen Zöllner will am Freitag verkünden, welche in seinem Qualitätspaket für Schulen und Kitas gemachten Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden sollen. Im Vorfeld hatte es hitzige Debatten gegeben.

Vor allem die angedachte Veröffentlichung von Ergebnissen der Vergleichsarbeiten in den dritten und achten Klassen der einzelnen Schulen im Internet hatte bei den Schulen für Kritik gesorgt. Deshalb ist es nach Ansicht der Betroffenen eher unwahrscheinlich, dass Zöllner an diesem Punkt festhält.

Allerdings wollte der Bildungssenator auch die Schulinspektionsberichte sowie die Abitur- und MSA-Ergebnisse öffentlich machen. Die Vereinigung der Schulleiter hat auch davon abgeraten. Sie befürchtet, dass einige Einrichtungen zu schlechten Schulen abgestempelt werden.

„Eine Veröffentlichung macht nur Sinn, wenn Schulen, die schlecht abschneiden, umgehend Hilfe erhalten“, sagt Paul Schuknecht von der Vereinigung der Berliner Schulleiter. Das sei aber im Qualitätspaket nicht vorgesehen. Zudem seien die Abschlussergebnisse allein nicht aussagefähig. Die Leistung einer Schule könne man nur bewerten, wenn man auch weiß, mit welchen Ausgangsvoraussetzungen die Schüler gestartet sind.

Positiv dagegen wurde der Vorschlag aufgenommen, dass Grundschulen unter bestimmten Bedingungen auch wieder vom jahrgangsübergreifenden Lernen in den ersten beiden Schuljahren abrücken können. Das Mischen dieser Jahrgänge soll zwar der Regelfall bleiben, daneben sollen aber auch andere Konzepte zur individuellen Förderung der Kinder in Jahrgangsklassen gestattet werden.

Gespannt sind die Schulen auch, ob Zöllner seine Ankündigung wahrmacht, unfähige Schulleiter abzulösen und in anderen Aufgabenbereichen einzusetzen. „Wir fragen uns, was das für Dienstorte sein sollen“, so Schuknecht. Wer als Schulleiter versage, könne schließlich auch schlecht in der Verwaltung Verantwortung für Fortbildung oder Schulentwicklung übernehmen.

Auch für den Kitabereich will Zöllner am Freitag Maßnahmen verkünden. So sollen Eltern, die ihre Kinder trotz festgestellten Sprachförderbedarfs im letzten Jahr vor der Schule nicht in die Kita schicken, ähnlich wie Eltern von Schulverweigerern Bußgelder zahlen. Das entspräche faktisch einer Kitapflicht für Kinder mit diesem Defizit.

Zudem soll in der Schuleingangsuntersuchung auch ein zusätzlicher Sprachtest eingeführt werden, um die Qualität der Förderung in der Kita besser messen zu können.