Berliner Verkehr

Fluggäste sitzen in Berlin fest

Die Berliner müssen sich weiter mit glatten Straßen und gestrichenen Flügen abfinden. Auf dem Flughafen Schönefeld sitzen Passagiere fest, Fußgänger und Autos kommen oft nur langsam voran. Bislang zeigen die Autofahrer aber viel Disziplin.

Foto: dpa / dpa/DPA

Seit Sonnabend sind wegen des Winterwetters rund 70 Flüge von Easy Jet ausgefallen - und Passagiere saßen auch auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld fest. Einem Bericht des TV-Senders RBB zufolge, ist bei einigen Fluggästen der Abflug bereits um mehrere Tage verschoben worden. Fluggäste beklagten sich über eine schlechte Informationspolitik der Airline. Easyjet habe gestrandete Passagiere aufgefordert, sich selbst um ihren Weiterflug zu kümmern, hieß es.

Easyjet-Sprecher Oliver Aust wies die Vorwürfe zurück. Das Personal habe alles getan, um die Fluggäste zu informieren, sagte er. „Ihnen ist gesagt worden, sie sollen ins Hotel gehen, das wir dann zahlen, oder auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Die Airline sei gesetzlich verpflichtet, Kosten für Hotelübernachtungen und alternative Transportmittel zu tragen, sofern sie verhältnismäßig seien. Niemand müsse mehrere Tage am Flughafen warten.

Am Dienstag hatte das Unternehmen noch die Flüge nach 7.50 Uhr gen Athen, sämtliche Verbindungen von Berlin nach Mailand und Venedig, Flüge nach 18.20 Uhr nach London sowie jeweils ein Abendflug nach Genf, Paris und Rom gestrichen. In London ging es Kunden des Billigfliegers am Dienstag noch schlechter. Das Unternehmen strich am Airport Luton bis zum Mittag alle Verbindungen. Am Mittwochmorgen strich Easyjet noch die Flüge mit den Nummern EZY4503 von Berlin-Schönefeld nach Palma de Mallorca und EZY4673 von Schönefeld nach Mailand.

Medienberichte über mehrere Hundert gestrandete in Berlin hält Aust für „extrem dramatisiert“. Insgesamt habe es sich zwar um mehrere Hundert Passagiere gehandelt, die von Flugstreichungen betroffen seien, doch den meisten sei nach und nach geholfen worden. Ein Problem sei aber, dass die Easyjet-Maschinen, die nun starten, oft ausgebucht seien.

Der RBB hatte berichtet, die Gewerkschaft Ver.di werfe Easyjet vor, zu wenig Piloten zu haben, um ausreichend Ersatzmaschinen stellen zu können. Auch dies wies Aust zurück. Es handle sich um rein wetterbedingte Probleme, die andere Airlines auch träfen. „Das ist jetzt wenig hilfreich, dass Ver.di da auf den Zug aufspringt und solche nicht hilfreichen Kommentare macht“, sagte Aust.

Die Lufthansa musste am Dienstag ebenfalls einige Verbindungen ab Berlin streichen. Gleich mehrere Flüge nach Frankfurt starteten nicht. Auch am Donnerstagmorgen strich die deutsche Fluggesellschaft noch den Sechs-Uhr-Flug nach Frankfurt am Main, seither wird aber nach Plan geflogen. Ein Lufthansa-Flug nach Köln/Bonn sowie ein KLM-Flug nach Amsterdam und ein Air-Berlin-Flug nach Mailand mussten am Dienstag zudem ab Berlin abgesagt werden.

Der Berliner Flughafen Tegel war am Dienstag wegen Blitzeis’ für eine Stunde geschlossen. An anderen Flughäfen Europas wie in Frankfurt am Main oder Mailand saßen ebenfalls Tausende Fluggäste auch anderer Airlines fest. Am Mittwoch normalisierte sich die Lage aber wieder. In Italien gebe es jedoch noch einige Probleme sagte Oliver Aust. Am Dienstag war sogar der italienische Botschafter an den Flughafen gekommen, weil dort zahlreiche Italiener festsaßen, die nicht nach Hause fliegen konnten.

Trotz teilweise glatter Nebenstraßen hat es in der Nacht zum Mittwoch und am frühen Mittwochmorgen in Berlin und Brandenburg auf den Straßen nur wenige glättebedingte Unfälle gegeben. Meist war es unangepasste Geschwindigkeit, wegen der Fahrzeuge von der Straße abkamen, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Verletzte gab es bisher nicht.

Weiterhin beeinträchtigt ist wegen der Witterung und Wartungsarbeiten der Berliner S-Bahn-Verkehr auf den Linien S2, S3, S5 und S9. S45 und S85 fallen ganz aus. Bis zum 27. Dezember fällt zudem jeder zweite ICE-Zug Berlin-Leipzig-München aus. Der Flugverkehr verlief dagegen am Mittwochmorgen weitgehend normal.

mit dpa