Wetter

Eiseskälte sorgt für Verkehrsbehinderungen

Zahlreiche Unfälle haben bei glatten Straßen die Autobahnen im Raum Berlin blockiert. Auch in S-Bahnverkehr müssen Fahrgäste heute mit Einschränkungen rechnen. In Brandenburg erfror am Wochenende ein Mann. Die Temperaturen sanken auf bis zu minus 19 Grad Celsius.

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Viele Berliner sind auf den Winter gut vorbereitet. Die BSR räumt verschneite Straßen frei und auf dem Flughafen Tegel kam es nur zu wenigen Verspätungen. Nur bei der S-Bahn lief nicht alles reibungslos.

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Das winterliche Wetter hat zu Wochenbeginn auf den Straßen nicht zu mehr Verkehrsunfällen als sonst geführt. Die Zahl liege im normalen Bereich, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Es mache sich bemerkbar, dass die Reisezeit vor Weihnachten begonnen habe und deutlich weniger Autofahrer unterwegs seien.

In der Nacht zu Montag wurde eine 18-jährige Autofahrerin bei einem Unfall in Spandau schwer verletzt. Sie war auf dem Klosterbuschweg mit ihrem Wagen ins Schleudern geraten und gegen einen Baum geprallt. Die Fahrerin erlitt einen Schock und wurde mit starken Schmerzen im Bein stationär in ein Krankenhaus eingeliefert. Ihre ebenfalls 18 Jahre alte Beifahrerin blieb unverletzt.

BSR im Dauereinsatz

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist seit Sonntagabend pausenlos im Einsatz. Mit der gesamten Flotte von rund 450 Fahrzeugen seien vorrangig die Hauptverkehrsstraßen geräumt worden, sagte BSR-Sprecher Bernd Müller. Dort, wo sich unter der Schneeschicht Glätte gebildet hat, wurde auch Auftaumittel auf die Fahrbahn aufgebracht. Seit dem frühen Morgen befreien BSR-Mitarbeiter die Fußgängerüberwege vom Schnee. Im Laufe des Tages sollen die Räumfahrzeuge auch in Nebenstraßen und Wohngebieten eingesetzt werden.

Auf glatten Autobahnen gab es im Raum Berlin am Montagmorgen elf Unfälle. Diese verliefen zwar alle glimpflich, sorgten aber nach Angaben der Polizei in Potsdam für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen. Betroffen waren die A 2 Berlin-Hannover, die A 9 Berlin-Leipzig und die A 24 Berlin-Hamburg. Auf dem westlichen Berliner Ring A 10 kippte ein mit Seltersflaschen beladener Lastwagen zwischen Berlin-Spandau und Brieselang (Havelland) um und blockierte im Berufsverkehr die Fahrbahn. Im Bereich des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) gab es dagegen zwischen Mitternacht und 06.00 Uhr nur vier witterungsbedingte Unfälle.

Mann in Lauchhammer erfroren

Bei Dauerfrost hatte es am Wochenende in Brandenburg 160 Glätteunfälle mit 21 Verletzten gegeben. Insgesamt gab es nach Angaben des Lagedienstes im Potsdamer Innenministerium von Freitag bis Sonntag 715 Unfälle mit 63 Verletzten. In Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) erfror ein 46 Jahre alter Obdachloser. Er war am Freitag von einer Frau stark unterkühlt und nahezu leblos entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. In der Nacht zum Sonntag hatte es in Brandenburg Tiefsttemperaturen bis zu minus 19 Grad gegeben.

Die Wasserschutzpolizei warnte indessen vor dem Betreten aller Seen und Fließgewässer in und um Berlin. Sie sind auf Grund der geringen Eisstärke nicht tragfähig. Es besteht Lebensgefahr.

Weitere Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr

Der bereits seit Juni beeinträchtigte S- Bahn-Verkehr ist von Montag an weiter eingeschränkt. Wegen witterungsbedingter Fahrzeugstörungen fährt die S 75 zwischen Lichtenberg und Wuhletal nur im 20-Minuten-Takt, teilte die S-Bahn Berlin GmbH mit. Die S 9 verkehrt nur zwischen Flughafen Schönefeld und Treptower Park und fährt nicht bis Blankenburg. Die S 3 fällt zwischen Ostbahnhof - Spandau aus. Nach wie vor fahren die S 45 und S 85 nicht. Die meisten Züge der S-Bahn haben zudem nicht die normale Länge, so dass es in Stoßzeiten zu überfüllten Zügen kommt. Während die aktuellen Einschränkungen auf das Winterwetter zurückgeführt werden, sind die anderen Folge von zusätzlichen Sicherheitsprüfungen. Zurzeit stünden nur 380 Fahrzeuge zur Verfügung, teilte der Mutterkonzern Deutsche Bahn (DB) mit.