Standort Berlin

Berliner Bau profitiert von Konjunkturpaket

Zum ersten Mal seit vier Monaten läuft das Geschäft im Berliner Bauhauptgewerbe wieder spürbar besser. Nach Angaben des Statistische Landesamtes, legte der Umsatz bei Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten im Oktober 2009 um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu.

Der Tiefbau allein konnte sich im Vergleich zu 2008 noch deutlicher steigern: Hier lag der Umsatz knapp 16 Prozent höher. Im Hochbau dagegen macht sich die Wirtschaftskrise bemerkbar. Weil der gewerbliche und industrielle Hochbau um fast ein Drittel einbrach, muss die gesamte Sparte ein Minus von drei Prozent wegstecken. Einigermaßen gerettet wird sie nur durch Zuwächse im Wohnungsbau (plus 16,9 Prozent) und dem Umsatzplus von 74,5 Prozent im öffentlichen Hochbau.

Branchenverbände bewerten die Zahlen jedoch vorsichtig. „Wir nennen das die Jahresendrallye“, sagte Wolf Burkhard Wenkel, Geschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg. „Viele Bauherren müssen bis Ende des Jahres noch Aufträge auslösen. Sei es aus steuerlichen Gründen oder weil in der öffentlichen Verwaltung sonst im nächsten Jahr der Etat gekürzt wird.“ Das vom Statistischen Bundesamt verkündete Auftragsplus zum Vorjahr um fast 49 Prozent habe jedoch keine allzu große Aussagekraft. „Niemand weiß, wann diese Aufträge ausgeführt werden, wann dafür Geld fließt“, sagte Wenkel.

Vor allem macht sich im öffentlichen Hochbau langsam das Konjunkturpaket II bemerkbar. Bislang klagte die Branche über kaum spürbare Effekte des Pakets. „Der Planungsstau beim KonjunkturpaketII löst sich nun endlich auf“, sagte Axel Wunschel, Geschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg der Morgenpost. Das Paket habe 2009 den Sturz der Branche abgefedert.

Wunschel kritisierte, die öffentliche Hand habe keine fertig geplanten Projekte in der Schublade gehabt. Erst bei Beschluss des Konjunkturpakets habe die Verwaltung begonnen zu planen und so Zeit verschwendet. „Deshalb wird das Bauhauptgewerbe in Berlin und Brandenburg trotz der aktuell guten Zahlen das Jahr 2009 mit einem Minus von etwa fünf Prozent beschließen müssen.“ cbr