Bildungsgipfel

Berlin stellt 200 neue Lehrer ein

In Berlin ist der Lehrermangel noch immer ein Problem. Und auch die geplante Schulstrukturreform will finanziert sein. Mehr als drei Monate nach Schuljahresbeginn fehlen immer noch 120 Lehrer. Jetzt sollen zum 1. Februar 2010 200 neue Lehrer unbefristet eingestellt werden. Schulsenator Zöllner hofft dabei auf finanzielle Unterstützung vom Bund.

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Beim Gipfeltreffen im Kanzleramt wird Berlin am Mittwoch von der Chefin der Senatskanzlei, Barbara Kisseler, vertreten. Die anderen Länder schicken ihre Ministerpräsidenten, aber Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich gegen diesen wichtigen Termin entschieden. Er weilt schon im Weihnachtsurlaub.

Und weil auch Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) nicht an dem Gipfel teilnehmen kann, erklärte er am Dienstag schon einmal, dass er das Treffen „mit Spannung“ erwarte. Und auf mehr Geld für die Bildung hofft, denn in Berlin ist der Lehrermangel noch immer ein Problem. Auch die geplante Schulstrukturreform will finanziert sein.

Zum Stichtag 1. November, also zwei Monate nach Schuljahresbeginn, fehlten immer noch 120 Lehrer. Eigentlich hatte Zöllner damit gerechnet, dass zu diesem Zeitpunkt alle Schulen zu 100 Prozent mit Lehrern versorgt seien. Jetzt will der Senator das Problem auf einen Schlag lösen: Zum 1. Februar 2010 werden 200 neue Lehrer unbefristet eingestellt.

Diese sollen alle aus dem Pool der 400 Referendare kommen, die im Februar ihre Ausbildung mit dem zweiten Staatsexamen abschließen werden. Die Auswahl erfolgt nach Leistungen. „Mit der Einstellung sollen für die Berliner Schulen junge, sehr gut ausgebildete Lehrkräfte, insbesondere in Mangelfächern, dauerhaft gewonnen werden“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag.

Damit die 270 Lehrer, die derzeit im Besitz eines befristeten Vertrags bis Sommer 2010 sind, nicht das Nachsehen haben, bietet ihnen Zöllner eine unbefristete Übernahme im Anschluss an ihren jetzigen Arbeitsvertrag an. Voraussetzung ist wiederum, dass das Examen nicht schlechter als mit Note „Drei“ abgeschlossen wurde. Im nächsten Jahr will Zöllner zudem eine Offensive für den Lehrerberuf starten: Dafür wird es weitere 150 Studienplätze für Lehramt und 300 zusätzliche Referendariatsplätze geben.

Am schlechtesten von allen Bezirken ist derzeit Mitte mit Lehrern ausgestattet. Der Bezirk verfügt nur über eine 97,3-prozentige Versorgung mit Lehrkräften. Außerdem fehlen finanzielle Mittel, um an vielen Grundschulen und an den neuen Sekundarschulen kleinere Klassen einzurichten. Die Bildungsverwaltung hat unterdessen genehmigt, an Schulen in sozial schwierigen Stadtteilen Klassen mit 20 statt wie bisher mit 28 Schülern aufzumachen.

Dagmar Hänisch (SPD), Schulstadträtin von Mitte, bat die Eltern um Unterstützung. Die Senatsfinanzverwaltung müsse überzeugt werden, dem Bezirk zu helfen. Unter den jetzigen Umständen seien kleinere Klassen nicht machbar, weil sie mehr Raum erforderten. Dafür habe der Bezirk kein Geld. Zöllner sagte dazu am Dienstag, dass die Klassengröße nichts über einen guten Unterricht aussage. Große Klassen könnten mit einer besseren personellen Besetzung und Teilungsunterricht kompensiert werden.