Urteil

Haftstrafen für Überfall auf Berliner Busfahrer

Erst war es die sponaten Entscheidung eines Mannes, den BVG-Busfahrer zu schlagen. Doch als der Fahrer sich wehrte, kam der zweite Mann hinzu und schlug ebenfalls zu. Sogar eine Gaswaffe kam zum Einsatz. Nun sind die Täter verurteilt worden.

Nach dem Überfall auf einen Busfahrer hat das Landgericht Berlin am Dienstag zwei Männer im Alter von 23 und 24 Jahren wegen Körperverletzung zu dreieinhalb und eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie wurden schuldig gesprochen, im März dieses Jahres einen Busfahrer der Linie X69 im Müggelheim zusammengeschlagen zu haben. Der jüngere Angeklagte bekam die höhere Strafe, weil er auch wegen versuchter räuberischer Erpressung bestraft wurde.

Dem Gericht zufolge war der 23-Jährige an der Endhaltestelle auf den Fahrer zugegangen, hatte Geld gefordert und ihm unvermittelt einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Davon habe allerdings der Mitangeklagte, der bereits ausgestiegen war, nichts gewusst und auch nichts mitbekommen, hieß es im Urteil. Dies sei ein spontaner Entschluss des 23-Jährigen gewesen.

Der Mitangeklagte sei aber zurückgekommen, als der Busfahrer sich zur Wehr setzte und seinen Kumpel in den Schwitzkasten nahm. Der 24-Jährige habe dem Mittäter nicht nur helfen, sondern auch massive Gewalt gegenüber dem Busfahrer ausüben wollen, hieß es. Er sei durch den Bus gestürmt und habe auf das Opfer eingeschlagen, so dass sich der Mitangeklagten aus den Armen des Fahrers befreien konnte.

„Trotzdem räumten sie nicht das Feld“, betonte der Richter. Während der 24-Jährige weiter auf den BVG-Mann einschlug, habe der 23-Jährige seinen Gasrevolver gezogen und dem Fahrer zweimal ins Gesicht geschossen. Erst danach flüchteten sie. Der Fahrer erlitt eine Platzwunde im Gesicht sowie verätzte Augen und musste in einem Krankenhaus stationär behandelt werden. Er leidet bis heute unter den Folgen des Überfalls und wird therapeutisch betreut.

Beide Angreifer sind vorbestraft und standen zur Tatzeit unter Bewährung. Strafmildernd wurde gewertet, dass die Angeklagten zur Tatzeit unter Alkohol- und Drogeneinfluss standen und ihre Steuerungsfähigkeit dadurch vermindert war.