Tropical Islands

Dreijähriger kommt bei Badeunfall ums Leben

Im Freizeitpark Tropical Islands in Brandenburg ist ein dreijähriger Junge aus Polen bei einem Unfall gestorben. Er trieb leblos in einem Nichtschwimmerbecken und konnte nicht wiederbelebt werden.

Foto: ZB / ZB/DPA

Der tödliche Badeunfall im Tropical Island hat am Mittwoch die Besucher des Freizeitparks tief erschüttert. Viele zeigten sich tief betroffen über den Tod eines dreijährigen Jungen.

Einige Besucher betonten, sie würden sich in dem Erlebnisbad ausgesprochen sicher fühlen. Es seien auch immer genügend Bademeister vor Ort. Umso bedauerlicher sei es, dass niemand das kurze Verschwinden des Dreijährigen bemerkte.

Der kleine Dawid hatte am Dienstagabend ausgelassen auf dem Spielplatz „Südsee“ gespielt, als er offensichtlich einen unbewachten Moment nutzte, um die nähere Umgebung allein zu erkunden. Der Junge hatte das Bad mit einer Gruppe aus Polen, darunter auch seine Mutter, besucht.

Was in den folgenden Minuten mit den Jungen geschah, weiß bislang niemand. Plötzlich wurde der Junge leblos im Wasserbecken „Südsee“ entdeckt.

„Das betreffende Becken ist bis zu 1,30 Meter tief, das Kind wurde aber im flachen Wasser an einer Stelle aufgefunden, wo es deutlich flacher ist“, sagte Polizeisprecher Jens Quitschke. Der Unfallort sei nur etwa 50 Meter von dem Spielplatz entfernt, wo Dawid zuletzt lebend gesehen wurde. Derzeit geht die Polizei von einem Unglück aus. Die Kriminalpolizei des Schutzbereichs Dahme-Spree hatte seit Dienstagnacht den Schauplatz des Unglücks untersucht und Zeugen befragt.

Es lägen keine Anzeichen für ein Fremdverschulden vor, teilte die Polizei mit. Es würden auch keine Ermittlungen gegen den Betreiber der Anlage, ebenso wenig wie gegen die erwachsenen Begleiter des verunglückten Kindes geführt. „Erst wenn alle nötigen Informationen vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft über mögliche Maßnahmen entscheiden, so der Polizeisprecher.

Weiteres Kind verunglückt

Bereits Anfang März war in der Freizeitanlage ein fünfjähriges Kind verunglückt, der Junge konnte aber von alarmierten Rettungskräften im letzten Moment wiederbelebt werden. Er schwebte anschließend noch mehrere Tage in Lebensgefahr, bevor sich sein Zustand stabilisierte.

Der Vorfall ereignete sich an einem Sonnabend, als im Tropical Islands Hochbetrieb herrschte. Der Fünfjährige befand sich in Begleitung zweier erwachsener Angehöriger.

Wie Quitschke mitteilte, hielt sich der damals allein in einem 1,30 Meter tiefen Becken auf, als er plötzlich unter Wasser geriet und nicht wieder auftauchte. Badegäste bemerkten dies, zogen den bereits leblosen Jungen an Land und begannen sofort mit der Reanimation. Später übernahmen die sofort alarmierten Rettungskräfte die weitere Versorgung, bevor das Kind mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde.

Im Zusammenhang mit dem Unfall wurde bekannt, dass die Nichtschwimmerbecken nicht durchgehend von Rettungsschwimmern überwacht werden. Dazu sei man bei einer Wassertiefe von nur 1,30 Meter gesetzlich nicht verpflichtet, sagte dazu ein Sprecher des Freizeitparks. Dennoch hätten Mitarbeiter immer „ein wachsames Auge“ auf das Geschehen in den Becken.

In den „Tropical Islands“ ist es nach Angaben der Betreiber trotz der bis zu einer Million Besuchern im Jahr bislang nur selten zu Badeunfällen gekommen. Lediglich auf einer Rutschanlage hätten Gäste kurz nach der Eröffnung leichte Verletzungen erlitten, die Anlage sei daraufhin entschärft worden.