Querschläger

Polizei erschießt Hund und verletzt zwei Menschen

Bei einem Schusswaffeneinsatz der Polizei gegen einen aggressiven Kampfhund sind am Dienstagabend in Berlin-Wedding eine Frau und einer der Beamten durch Querschläger verletzt worden. Der Pitbull hatte zuvor die Frau bei einer Beißattacke schwer verletzt.

Nach Informationen von Morgenpost Online unterhielt sich die 30-jährige Frau gegen 21 Uhr in einem Wohnhaus an der Markstraße mit einem Pärchen, das auf den zwei Jahre alten Pitbull „Karlito“ aufpasste. Der Kampfhund lief plötzlich aus der Wohnung und fiel die Bekannte seiner Aufpasser an. Dabei biss er sie in den Oberschenkel und verletzte sie schwer. Durch die Schreie der Frau wurden weitere Nachbarn alarmiert, die die Polizei riefen. Einer der Anwohner setzte Reizgas gegen das Tier ein, allerdings ohne Wirkung.

Das Paar, das auf den Pitbull aufpassen sollte, schaffte es in der Zwischenzeit, das Tier wieder an die Leine zu legen. Als die Polizisten eintrafen, wurde ihnen der Hund übergeben. Dieser wurde daraufhin aber wieder äußerst aggressiv. Die Beamten feuerten viele Schüsse auf den Hund ab und töteten ihn. Querschläger verletzten allerdings die 30 Jahre alte Frau sowie einen 35 Jahre alten Polizisten. Zwei weitere Polizisten erlitten außerdem einen schweren Schock. Alle vier Personen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Zum Halter des Tieres und wo er sich zum Zeitpunkt des Vorfalls aufgehalten hatte, gab es zunächst keine Informationen.

Erst in der Nacht zuvor waren in Wedding zwei Polizisten bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt von Hunden angegriffen worden. Die Beamten wurden am Dienstag gegen 1 Uhr zur Afrikanischen Straße gerufen. An der Wohnung kam einem Polizisten durch die offene Tür ein Rottweiler entgegen und biss ihn in den Unterarm. Der Beamte schlug ihm daraufhin auf die Nase und der Hund ließ von ihm ab. Dann stürmte ein American Staffordshire Terrier heraus, sprang einen anderen Beamten an, lief aber dann davon. Polizeibeamten gelang es, den Rottweiler einzufangen. Das Tier wurde anschließend dem zuständigen Veterinäramt übergeben.

Die Zahl der Hundeattacken auf Menschen ist in Berlin 2010 um mehr als 25 Prozent gestiegen. Insgesamt registrierten die Behörden 660 Fälle, in denen Menschen durch Hundebisse verletzt oder „gefahrdrohend angesprungen“, wurden, wie aus der Hundebiss-Statistik 2010 hervorgeht. Zum Vergleich: 2009 verzeichnete die Senatsgesundheitsverwaltung insgesamt 478 Angriffe auf Menschen.

Die wenigsten in der aktuellen Statistik registrierten Beißattacken gingen von sogenannten Kampfhunden aus (26). Ganz oben stehen mit 262 Vorfällen nicht näher definierte Mischlingshunde. Danach folgt der Deutsche Schäferhund mit 79 Attacken gegen Menschen (2009: ebenfalls 79). Ebenfalls ganz oben stehen in der Liste Rottweiler (36 Vorfälle), Terrier (25) und Golden Retriever (22). Hinzu kommen 528 Vorfälle, bei denen nur andere Hunde verletzt wurden.