Arbeitsmarkt

In Berlin entstehen die meisten Jobs

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Joachim Fahrun

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Im dritten Quartal dieses Jahres gab es in Berlin rund 20.000 Menschen mehr, die einen sozialversicherungspflichtigen Job hatten, als noch ein Jahr zuvor. Damit ist Berlin beim Beschäftigungsaufbau die Nummer eins in Deutschland. Der Grund: Wenig Industrie und viele Dienstleistungsbetriebe.

Die Berliner Unternehmen schaffen auch in der Wirtschaftskrise weiterhin neue Jobs. Die Hauptstadt erzielte im dritten Quartal des Krisenjahres 2009 einen stärkeren Beschäftigungsaufbau als irgendein anderes deutsches Bundesland. Das hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg unter Berufung auf Daten des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mitgeteilt.

Demnach waren im dritten Quartal 2009 in Berlin 1.665.900 Menschen erwerbstätig. Das waren 1,2 Prozent oder 20.100mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs sogar um 2,1 Prozent.

Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sagte, die Zahlen zeigten erneut, dass Berlin von der Krise weniger betroffen sei als andere Regionen: „Eine diversifizierte Unternehmenslandschaft mit einem hohen Dienstleistungsanteil und die weniger konjunkturanfällige Industriestruktur wirken sich nun positiv aus“, sagte Wolf. Neben Berlin gab es überhaupt nur in Hamburg (plus 0,9 Prozent), Brandenburg (0,3), Niedersachsen (0,3) und Schleswig-Holstein (0,2) eine positive Entwicklung bei den Arbeitsplätzen. Insgesamt schrumpfte die Zahl der Jobs in Deutschland um 0,2 Prozent. Besonders hart traf es das Saarland (minus 1) und Thüringen (minus 1,2).

Trotz der deutschen Spitzenposition hat aber auch in Berlin die Krise dafür gesorgt, dass sich der Aufbau von Jobs verlangsamt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2009 war die Erwerbstätigkeit noch um 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen, im zweiten Quartal bei 1,5 Prozent.

Die amtlichen Statistiker erklären das vergleichsweise gute Abschneiden Berlins mit der Schwäche des produzierenden Gewerbes in Berlin. So sei auch die vermehrte Beschäftigung in Kurzarbeit in Berlin von geringerer Bedeutung. Von den 1,2 Millionen Kurzarbeitern sind nur drei Prozent in der Region Berlin-Brandenburg tätig. Laut Senator Wolf arbeiten in der Hauptstadt derzeit 14.700 Menschen krisenbedingt kurz.

Insgesamt ist aber auch in der Berliner Industrie der Jobabbau im Vergleich zu anderen Regionen einigermaßen moderat verlaufen. Das Minus lag bisher bei 1,6 Prozent, in Brandenburg bei minus 1,3 Prozent. Deutschlandweit sank die Zahl der Industrie-Arbeitsplätze um 3,5 Prozent. Das liegt an den in Berlin vorherrschenden Branchen. Die Pharmaindustrie und die Produzenten von Nahrungs- und Genussmitteln sind bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Was Berlin derzeit stützt, ist der starke Dienstleistungssektor. Im Oktober stieg die Zahl der Touristen noch einmal um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Hotels und Pensionen der Hauptstadt konnten im Laufe des Jahres 2009 5,1 Prozent mehr Übernachtungen verbuchen.