Demonstration

Fukushima beschert Berliner Ostermarsch Zulauf

Der Berliner Ostermarsch hat in diesem Jahre so viele Menschen angezogen wie schon lange nicht mehr. Schließlich war das Hauptthema die Atomkatastrophe in Japan. Aber auch libysche und ägyptische Initiativen nutzten die Demonstration.

Foto: REUTERS

Rund 4000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag beim Ostermarsch in Berlin für einen Ausstieg aus der Kernenergie und gegen den NATO-Einsatz in Libyen demonstriert. Die Teilnehmer starteten am Nachmittag bei gleißendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad ihre traditionelle Friedenskundgebung vor dem Vattenfall-Gebäude an der Chausseestraße in Mitte. Die Polizei sprach von rund 1500 Teilnehmern. Alles verlief friedlich.

Nach Zwischenkundgebungen vor den Hauptstadtvertretungen der anderen Atomenergie-Konzerne E.ON. RWE und EnBW zogen die Ostermarschierer an den Botschaften der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Russlands vorbei. Mit einer Kundgebung und Ansprachen auf dem Potsdamer Platz endete die Veranstaltung gegen 15 Uhr.

Auf Plakaten forderten die Teilnehmer unter anderem „Die Sonne soll strahlen, nicht wir“ und „Zivilisten vor der NATO schützen“. Viele Demonstranten hatten ihre Kinder auf den Schultern sitzen. Auch Kinderwagen wurden über die Straßen geschoben. Gegen Ende des Ostermarsches war den älteren Teilnehmern die Strapazen deutlich anzusehen. Viele hatten sich Tücher um den Kopf gewickelt oder Schirme aufgespannt, um sich gegen die Sonne zu schützen.

Libysche und ägyptische Initiativen sorgen für Verstärkung

Wie erwartet nahmen in diesem Jahr wesentlich mehr Menschen an der Demo teil als in den Vorjahren. Auch mehrere libysche und ägyptische Initiativen beteiligten sich an dem Ostermarsch, um gegen die Unterdrückung in ihren Ländern zu demonstrieren.

Vor allem motivierte aber die Reaktorkatastrophe in Japan viele zu einer Teilnahme. Zudem jährt sich die Katastrophe in Tschernobyl am 26. April zum 25. Mal, weshalb Anti-AKW-Initiativen und die Friedensbewegung bundesweit zu Protesten vor Atomkraftwerken aufriefen. So planen die Berliner Verbände, sich an Protesten am atomaren Zwischenlager Nord in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zu beteiligen.

Ihre Wurzeln haben die Ostermärsche im Protest gegen das atomare Wettrüsten im Kalten Krieg. Zwischenzeitlich verlor die Bewegung massiv an Bedeutung - unter anderem durch die Friedenspolitik des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD). Später hatten aber immer wieder aktuelle Entwicklungen den Ostermärschen Zulauf beschert, wie der Irak-Krieg im Jahr 2003.