Feiertage

Baustellen – zu Ostern droht der Verkehrskollaps

Baustellen und Urlauber treffen an den Osterfeiertagen aufeinander. Experten erwarten ab Donnerstagmittag erhebliche Verkehrsbehinderungen auf den Straßen in und um Berlin.

Osterzeit ist Reisezeit. Und viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 25 Grad sind beste Voraussetzungen für einen Kurzurlaub in den Bergen oder an der See oder einfach nur für einen Ausflug ins Umland. Doch da viele Menschen oft die gleiche Idee haben, kann Reisefrust die Feiertagslaune schnell verderben.

Besonders für den Donnerstag warnen Experten vor einem Verkehrskollaps. Da auch in Brandenburg und mehreren anderen Bundesländern die Ferien beginnen, werden sich Zehntausende Autofahrer gleichzeitig auf den Weg in die Urlaubsgebiete machen. "An diesem Tag ist mit der größten Verkehrsdichte aller Tage rund um Ostern zu rechnen", sagt Hans-Jürgen Fischer vom ADAC Berlin-Brandenburg. Erfahrungsgemäß werde ab Mittag bis etwa 19 Uhr der Autoverkehr auf den Autobahn-Zubringern, Bundesstraßen und Autobahnen stark ansteigen.

Engpässe auf der Stadtautobahn

Zu Behinderungen kann es unter anderem auf der Stadtautobahn kommen. Zwischen der Anschlussstelle Seestraße in Wedding und dem Dreieck Charlottenburg wird bereits seit Monaten die Fahrbahn der A 100 saniert. Nach Ostern soll dort eine neue Bauphase beginnen. Aus diesem Grund muss dort die Verkehrsführung geändert werden, für die am Donnerstag die entsprechenden Fahrbahnmarkierungen erfolgen. Es kann zu zeitweiligen Sperrungen kommen, warnt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Generell sollen aber weiterhin zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung stehen.

Eng werden kann es auch auf dem Tempelhofer Damm. Dort steht wegen Sanierungsarbeiten in Höhe Paradestraße voraussichtlich bis Anfang Mai stadteinwärts nur ein Fahrstreifen zur Verfügung, so die Verkehrsinformationszentrale.

Ein anderer Autobahn-Engpass ist dagegen rechtzeitig vor Ostern beseitigt. Laut Mathias Gille von der Senatsverkehrsverwaltung konnten die Bauvorbereitungen für die Avus-Sanierung im Bereich der Anschlussstelle Nikolassee vorzeitig beendet werden. Dort war es stadtauswärts zu kilometerlangen Rückstaus auf der A 115 gekommen. Weitere Arbeiten auf der Avus beginnen laut Gille erst nach den Osterferien am 2. Mai.

Doch auch für diejenigen, die dann endlich gut aus der Stadt herausgekommen sind, ist der Reisestress oft noch nicht zu Ende. Der brandenburgische Landesbetrieb für Straßenwesen warnt vor mehreren staugefährdeten Autobahnabschnitten. Zu Problemen kann es speziell auf dem nördlichen und westlichen Berliner Ring kommen. Neuralgischer Punkt ist wie schon in den vergangenen Jahren das Autobahndreieck Havelland, über das sowohl der Reiseverkehr in Nord-Süd- als auch Ost-West-Richtung rollt.

Staus drohen auch zwischen den Anschlussstellen Brieselang und Falkensee auf dem westlichen Berliner Ring. Weil dort seit geraumer Zeit eine Brücke erneuert wird, stehen auf etwa zwei Kilometer Länge nur zwei Behelfsfahrstreifen je Richtung zur Verfügung. Zudem ist dort die Höchstgeschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde herabgesetzt.

Hindernisse auf dem Weg zur Ostsee

Auch wer in Richtung Elbsandsteingebirge, Spreewald oder Lausitz aufbricht, muss sich auf deutlich mehr Fahrzeit einstellen. Auf der A 13 (Berlin-Dresden) wird zwischen den Anschlussstellen Duben und Lübbenau die Fahrbahn erneuert, auf sechs Kilometer Länge stehen dort ebenfalls nur zwei provisorische Fahrsteifen zur Verfügung, die ebenfalls nicht schneller als mit Tempo 60 befahren werden dürfen. "Auch hier besteht hohe Staugefahr", sagt Cornelia Mitschka vom brandenburgischen Straßenbetrieb.

Doch auch wer ein paar Tage Ostseeluft schnuppern will, sollte ausreichend Reisezeit einplanen. Auf der A 24 (Berlin-Hamburg) ist zwischen den Autobahndreiecken Havelland und Wittstock/Dosse mit sehr hoher Verkehrsbelastung zu rechnen. Alternativen will ADAC-Experte Fischer nicht empfehlen. "Staus kann man in den meisten Fällen nicht räumlich, sondern nur zeitlich ausweichen", sagt er. Er empfiehlt daher, entweder gleich Donnerstag in aller Frühe oder erst in den späteren Abendstunden loszufahren. Wer nur einen Tagesausflug ins Umland machen möchte, der sollte diesen möglichst auf den Ostersonntag legen.

Auch bei der Bahn behindern Bauarbeiten den Verkehr. Weil Brücken erneuert werden müssen, wird ab Donnerstag und bis zum 25. April die Bahnstrecke zwischen Berlin-Karow und Bernau für Fern- und Regionalzüge voll gesperrt. Reisende müssen auf die S-Bahn ausweichen. Bei der S-Bahn wiederum wird über Ostern der Bahnübergang Buckower Chaussee erneuert. Die Linie S 2 wird ab Donnerstag, 22 Uhr, unterbrochen. Zwischen Marienfelde und Lichtenrade fahren ersatzweise Busse. Alle Einzelheiten unter www.bauarbeiten.bahn.de/berlin-bb .