Sparpläne

Diepgen – Zoo darf nicht unter Tierpark leiden

Eberhard Diepgen hat davor gewarnt, dem Berliner Zoo ab 2012 die Senatszuschüsse zu streichen. Es gäbe weiter hohen Investitionsbedarf. Er reagierte damit auf Finanzsenator Nussbaum, der die Gelder wegen der guten Einnahmenlage streichen will.

Foto: picture-alliance / picture-alliance/Eventpress Herrmann

Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen hat davor gewarnt, dem Berliner Zoo ab dem nächsten Jahr die Senatzuschüsse zu streichen. „Auch ein sparsames Land muss den hohen Investitionsbedarf im Zoo berücksichtigen“, sagte Diepgen in seiner Funktion als Vorsitzender des Stiftungskuratoriums der Hauptstadtzoos. Das Gremium wurde Ende vergangenen Jahres gegründet, um mit privaten Spenden die Arbeit von Zoo und Tierpark zu fördern.

Anlass für Diegpens Warnung ist die Ankündigung von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos), dem Zoo die Zuwendungen zu streichen. Die Einrichtung in der City West ist aufgrund hoher Spenden und Einnahmen finanziell gesund. Dagegen hat der Tierpark in Lichtenberg große Probleme, weil er deutlich weniger Besucher verzeichnet. Nach der bis Ende 2011 laufenden Vereinbarung erhält der Tierpark im Ostteil Berlins rund 6,5 Millionen Euro aus Steuergeld, der Zoo rund zwei Millionen Euro.

Nach Ansicht der Finanzverwaltung gehe es dem Zoo so gut, dass auf die Zahlungen aus öffentlichen Kassen künftig verzichtet werden könne. Nach einem Einspruch des Rechnungshofes hatte der Zoo zwei Millionen an Zuschüssen aus früheren Jahren zurückzahlen müssen. Mit mehr als drei Millionen Besuchern pro Jahr hat der Zoo drei Mal so hohe Einnahmen wie der Tierpark mit etwa 900.000 Besuchern. Außerdem hatte der Zoo zu Lebzeiten des Mitte März gestorbenen Eisbären Knut zusätzliche Einnahmen von bis zu sieben Millionen Euro.

Diepgen sagte weiter, dass auch der Tierpark langfristige Planungssicherheit und zusätzliches finanzielles Engagement brauche. Er warnte eindringlich vor einer einseitigen Förderung: „Noch schlimmer: Dieses Zoo Nein, Tierpark Ja vom Senat schafft nur unnötige Friktionen in der Öffentlichkeit.“

Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) blieb trotz der Kritik bei seiner Auffassung. „Der Zoo ist anders zu behandeln als der Tierpark.“ Er werde keine der Einrichtungen schließen. Aber er nehme sich als Finanzsenator die Freiheit einer differenzierten Betrachtung.

Diepgen teilte auch mit, dass Zoo-Biologe Heiner Klös und Falk Dathe einstimmig in das Kuratorium der Stiftung von Zoo und Tierpark berufen worden sind. Es handelt sich um die Söhne der früheren Zoo- und Tierpark-Direktoren Heinz-Georg Klös und Heinrich Dathe.