Integration

Neukölln bekommt Lehrer für seine Roma-Kinder

Die Zahl von Kindern aus Südosteuropa an Berlins Schulen wächst stetig. Die meisten sprechen weder Deutsch noch kennen sie das Alphabet. Neukölln regiert jetzt mit weiteren Lehrer-Vollzeitstellen auf die Situation.

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Die Integration von Kindern aus Roma-Familien gestaltet sich in den meisten Fällen schwierig. Sie sprechen häufig kein Deutsch und waren oft noch nie in einer Schule. Eine besondere Situation für Lehrer und Schüler.

Schulen in Berlin-Neukölln haben jetzt reagiert und elf zusätzliche Lehrer eingestellt, um Hunderte neue Schüler aus Südosteuropa zu unterrichten. 540 südosteuropäische Schüler wurden gezählt, drei Viertel von ihnen sprechen kein Deutsch, manche kennen nicht einmal das Alphabet. Der Senat hatte deshalb acht weitere Lehrer-Vollzeitstellen bewilligt, zunächst bis zu den Sommerferien. Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) teilte am Dienstag mit, weitere Zuzüge von Kindern ohne Deutschkenntnisse seien zu erwarten. Sie sprach von einer nicht abzuschätzenden Herausforderung.

Laut Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky brauche Neukölln deshalb etwa 30 bis 40 Vorbereitungsklassen, um diese Kinder überhaupt schulfähig zu machen. „Das kostet rund eine Million Euro“, so Buschkowsky. Dieses Geld müsse bereitgestellt werden, zumal davon auszugehen sei, dass der Zuzug von Roma und anderen Asylanten in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. „Die Europäische Union steht vor einer Binnenarmutswanderung“, sagt Buschkowsky. Immer mehr Menschen würden sich auf die Suche nach ein wenig Wohlstand machen.

Laut Buschkowsky haben auch andere Bezirke Probleme mit dem Zuzug von Roma-Kindern, die keinerlei Deutsch sprechen und oft noch nie in einer Schule waren. „Darüber wird nur nicht gesprochen“, sagt er. Die Bildungsverwaltung bestätigt indes, dass nicht nur in Neukölln, sondern auch in Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und Spandau in den vergangenen Monaten deutlich mehr Roma- und Asylantenkinder angekommen sind.